Huang Shan (Anhui): Canyon-Trecking
Ein Wecker wäre diesmal gar nicht nötig gewesen, denn ab 5 Uhr bereiteten sich vor unserem Fenster die Tourigruppen auf den Abmarsch vor. Da wir nur einen kurzen Aufstieg vor uns hatten, machten wir uns gegen 5:30 Uhr auf den Weg, um am „Purple Valley Peak“ um gute Plätze zu kämpfen. Diesmal sollten wir wettertechnisch mehr Glück haben als auf Tai Shan: wolkenloser Himmel ermöglichte ein paar schöne – wenn auch nicht weltbewegende – Aufnahmen von der aufgehenden Sonne. Zurück im Hotel stärkten sich die Mädels mit einem Topf Instantnudeln, während ich mich über die Oreo-Kekse von Joyce und den grünen (Hotel-)Tee hermachte.
Gegen 8 Uhr machten wir auf zum eigentlichen Highlight unserer Huang-Shan-Tour, dem Xihai Canyon: inmitten einer faszinierend schroffen Landschaft ging es auf betonierten, aber nur wenige Zentimeter dicken Wegen – unter denen teilweise Hunderte Meter Abgrund lauerten – zuerst hinunter auf den Boden der Schlucht (1300 m) und dann wieder hinauf zum „Bright Summit Peak“ [光明顶] (1840 m). Für meinen Geschmack absolut die richtige Mischung aus Abenteuer und Sicherheit. Interessant ist auch, dass man oft selbst gar nicht merkt, welch Abgründe sich gerade unter einem auftun, so dass mir nur beim Fotografieren der anderen manchmal etwas mulmig wurde. Die Natur wirkte aber scheinbar auch unglaublich inspirierend: mit geschultem Blick entdeckten wir unterwegs eine Felsformation, die bisher noch auf keiner Karte verzeichnet war und von uns den Namen „Kleiner Affen, der auf’s Meer blickt“ erhielt.
Gespickt mit vielen Foto- und Esspausen dauerte es rund acht Stunden, bis wir endlich an der „Cloud Valley Temple“-Seilbahn vom Vortag (80 RMB) ankamen. Ziemlich geschlaucht ging’s mit dem Taxi (50 RMB und damit gerade so teuer, dass es für vier Personen immer noch 2 RMB günstiger als der Bus war) und dem Bus über Tangkou zurück nach Tunxi. Dort noch mit dem Bus ein Stück weiter bis zur Lao Jie, der Alten Straße, in dem sich auch das Hotel mit unserem Gepäck befand – nur leider am entgegen gesetzten, rund 1 Kilometer entfernten Ende. Also erst einmal was in einem der bekanntesten Restaurants Tunxis gegessen, dem „Meishi Renjia“ (wir hatten uns den ganzen Tag nur von Keksen und Äpfeln ernährt): man kann sich die gesamte „Speisekarte“ in Form von Ausstellungsstücken begutachten, die jeweils mit einer Nummer versehen sind. Wenn man was Geeignetes gefunden hat (die Auswahl ist so groß, dass mit Sicherheit für jeden was dabei ist), trägt man Anzahl, Nummer und zur Sicherheit noch den (sehr fairen) Preis auf eine Art Bestellzettel und gibt diesen bei einer Kellnerin ab – danach geht alles seinen gewohnten Gang. Wir ließen die Schildkröte links liegen und entschieden uns stattdessen für Suppe, Dumplings (unser Favorit war die Kürbisfüllung), eine Art Chili-Chips, Seetang-Salat und als Nachtisch noch Yam-Eis und „Silberohr“ (ein weißer Pilz mit leicht süßlichem Geschmack) – zu viert schlemmt sich’s einfach besser. 🙂
Nach „getaner Arbeit“ ging’s die Souvenirstraße hinunter bis zum „Old Street Hotel“, wo wir gleich wieder eincheckten. Joyce und Yvonne entschieden sich für das Standard-Doppelzimmer (220 RMB), während wir für das größere Luxus-Doppelzimmer (300 RMB) optierten. Nachdem keines dieser Zimmer verfügbar war, gab es sogar ein kostenloses Upgrade auf die Honey Moon Suite – mit japanischen High-Tech-Matratzen als Highlight.
Fotos des Tages:
- Sonnenaufgang auf dem “Purple Cloud Peak” I
- Sonnenaufgang auf dem “Purple Cloud Peak” II
- Sonnenaufgang auf dem “Purple Cloud Peak” III
- Auf dem ”Purple Cloud Peak“
- Auf dem Huang Shan
- Nordeingang des “Xihai Canyon”
- Abstieg in den Xihai Canyon
- So ganz geheuer war mir die Brücke nicht …
- … den Mädels offenbar schon.
- Der Pfad schmiegt sich an den Felsen
- Beeindruckende Landschaft, …
- … tolles Wetter …
- … und inspirierende Felsformationen (hier: “Kleiner Affe blickt über das Meer”)
- Auch Chen Nee war begeistert
- Blick zurück
- Jetzt beginnt der anstrengende Teil …
- Qiézi: Die Hälfte ist geschafft
- Viel Beton war nicht unter unseren Füßen
- Die “Feenbrücke”
- Unweit der “Feenbrücke”
- Lastenträger …
- … und Feister-Typ-Träger …
- … hoffentlich ein teures Vergnügen!
- Klasse Abendessen im “Meishi Renjia”, Tunxi
- Honeymoon Suite im “Old Street Hotel” in Tunxi – Schlafzimmer
- Honeymoon Suite im “Old Street Hotel” in Tunxi – Wohnzimmer
Videos des Tages:
Erstellt am Dienstag 20. Oktober 2009
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