Beijing: Zurück nach Hause

Nachdem wir direkt neben unserem Hotel bei „Langosch“, „Plattfrittiertem“ und warmer Sojabohnenmilch noch einmal das chinesische Frühstück genossen haben, hieß es auch schon Abschied nehmen. Während die beiden Mädels mit dem Zug Richtung Chinesische Mauer wollten, nahmen wir das Taxi nach Dongzhimen, um mit dem Airport Express an den Flughafen zu kommen. Wie bei der Anreise ging’s dann ereignislos über Helsinki, Frankfurt und Mannheim zurück ins beschauliche Schwetzingen, wo wir gegen 20 Uhr zwar erschöpft, aber auch gebräunt und glücklich ankamen. Es war ein toller Urlaub!

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Erstellt am Montag 26. Oktober 2009
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Beijing: Shopping und Essen – The Singaporean Way of Life

Der Nachtzug war tatsächlich ein Hotelzimmer auf Rädern, so dass wir erst um 7 Uhr von der dezent einsetzenden Musik wach wurden. Eine Dreiviertelstunde später kamen wir auch schon planmäßig in Beijing an und nahmen uns gleich ein Taxi zum Xiao Yuan Hotel – relativ neu und in einem Innenhof des Li Shi Hutongs gelegen. Dort stießen wir wieder mit Joyce und Yvonne zusammen. Die beiden hatten schon ein Zimmer für uns organisiert, das wir direkt beziehen konnten.

Nachdem wir uns geduscht und umgezogen hatten, machten wir uns erst einmal in Sachen Shopping auf, wobei die Wufujian Road und das an deren Ende gelegene Oriential Plaza mit all seinen Designer- und Schmuckboutiquen nicht wirklich das war, was wir suchten. Anschließend wollten wir uns dann zu viert die ehemalige Bunkeranlage Beijings („Underground City“) anschauen, die allerdings wegen Renovierung geschlossen war. Wir nutzten die Gelegenheit jedoch, das ausstehende Shopping im nahe gelegenen Supermarkt nachzuholen, wo ich endlich eine schöne „Teeflasche“ fand (140 RMB) – ein Utensil, das beinahe jeder Chinese auf Reisen und bei der Arbeit dabei hat und gerade bei Flugreisen eine praktische Angelegenheit ist. Dann noch einige DVDs gekauft (15 RMB/St.), die zumindest von außen wie Original aussahen, und während sich die Mädels in der riesigen Wufujian Book City austobten, fuhr ich zum Relaxen ins Hotel zurück und probierte dort gleich stolz meine Teeflasche aus. Anschließend gingen wir zum kulinarischen Teil über und nahmen ein Taxi zum „???“.

Für unser letztes gemeinsames Abendessen hatte ich mir nämlich eine besondere Art „Hotpot“ gewünscht, bei dem die Suppe (bzw. anfangs das Wasser) in einem speziellen, von glühenden Kohlestücken beheizten Messingtopf am Köcheln gehalten wird. In diesen Sud werden dann die nach Gusto bestellten Zutaten entweder hineingeworfen oder – insbesondere das in hauchdünne Scheiben geschnittene Lammfleisch – nur kurz hindurch gezogen (daher rührt auch der chinesische Name für dieses Gericht: „zhua yang rou“. Anschließend wird das Ganze noch in diverse Dips getunkt (von Erdnuss bis Knobi) – sehr lecker und macht in der richtigen Runde einen Riesenspaß.

Danach hatte Joyce sich ein kleines Programm überlegt – Singapore Style natürlich. Erst sind wir ins Raffles Beijing Hotel gefahren, um in der „Writer’s Bar“ bei einem Singapore Sling (ich entschied mich für den Beijing Sling) heimatliche Gefühle aufkommen zu lassen, um anschließend die Nacht beim Fleischspieß mitten in unserem Hutong ausklingen zu lassen. Wie ein Stein fielen wir gegen 1 Uhr ins Bett, hieß es am nächsten Tag – welch Überraschung  – früh aufstehen.

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Erstellt am Sonntag 25. Oktober 2009
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Shanghai: Gartenanlage und Wolkenkratzer

Spät ins Bett, früh wieder raus, hieß die Devise. Schließlich haten wir um 9 Uhr einen Termin mit unseren Schneidern im „Shiliu Puhong Qixiang“ Kleidermarkt. Bei einer von Chen Nees Jacken musste noch ein Reißverschluss geändert werden und auch mit meinem Anzug gab es diverse Diskussionen, bis der Kragen und die Knopflöcher so waren, wie wir uns das vorgestellt hatten – oder zumindest in etwa, denn 100% so gut wie beim Ausstellungsstück gefiel uns die Qualität und die Passform auch am Ende noch nicht. Bis alle Änderungswünsche umgesetzt waren, war es bereits Mittag – zwischenzeitlich hatten wir uns bereits eine Wan-Tan-Nudelsuppe genehmigt (wir hätten auch noch eine Portion „Chao He Fen“ gegesssen, aber die Dame wollte uns aus unerklärlichen Gründen nicht bedienen) und auch gleich einen Koffer für unsere Einkäufe erstanden (ein „Samsonite“ für schnell verhandelte – wir hatten es eilig – 250 RMB). Während Chen Nee danach noch die Buchläden in der „Fuzhou Road“ leerkaufte, füllte ich meinen Vitaminpegel an der Fruchtsaftthele o, Honyi Plaza auf und genehmigte mir danach eine Wiener Melange und  – mangels Eggtarts – einem Rote-Bohnen-Hörnchen.

Um 14 Uhr trafen wir Xiaoxing, den eigentlichen Grund für unseren zweiten Abstecher nach Shanghai. Ich hatte ihren Mann während meines NUS-Auslandssemesters kennengelernt und wie es der Zufall will, befand sie sich gerade auf dreiwöchigem „Heimaturlaub“ in Shanghai. Sie brachte uns zuerst zum „Tempel des Stadtgottes“ und anschließend über die „Zick-Zack-Brücke“ zum berühmtesten Garten der Stadt, „Yu Yuan“ – in früheren Jahrhunderten der Privatgarten der einflussreichen Pan-Familie.

Anschließend ging’s mit dem Taxi auf die andere Seite des Huang Pu, zur berühmten Sykline des Pudong-Stadtviertels (wörtlich übersetzt „östlich des Pu“), wo uns Xiaoxing zu regionalen Spezialiäten ins „Old Shanghai“ Restaurant einlud, direkt neben dem Oriental Pearl Tower gelegen – Wegbereiter für alle späteren Wolkenkratzer Pudongs und bis 2007 das höchste Gebäude in China. Bei Qualle, Mini-Aal, Rasiermessermuschel und Taschenkrebs ließen wir es uns so richtig gut gehen.

Gegen 19:30 Uhr brachen wir dann Richtung „Shanghai World Financial Centre“ (SWFC) auf, dem aktuellen Spitzenreiter in Sachen Höhe und mit einem Guinessbuch-Eintrag als Gebäude mit der höchsten Aussichtsplattform (474 Meter). Nach anfänglichen Protesten, dass mit dem japanischen Entwurf ein Messer ins (Feng Shui) Herz von Shanghai gestoßen wird, und Planänderungen, die aus dem runden – der japanischen Flagge ähnelnden – Loch ein rechteckiges machten (so dass das Ganze nun einem überdimensionalen Flaschenöffner ähnelt), wurde das SWFC 2007 nach zehnjährigerer Bauzeit fertig gestellt. Wir entschieden uns für einen Blick vom 94. Stock (423 Meter, 100 RMB); wer denkt ein paar Meter mehr machen da noch einen Unterschied, kann aber stattdessen auch den 100. Stock (150 RMB) besuchen. Dank der klaren Nacht war die Aussicht wunderschön: die Skyline auf der einen, Bund und Nanjing Road auf der anderen Seite.

Danach wurde es etwas hektisch, weil wir noch unserem Gepäck vom Hostel abhoen und dann um 21:28 Uhr den Nachtzug nach Beijing erreichen mussten – aber auch das klappte just in time. Der D-Zug war das Beste, was China zu bieten hat (ich habe auch bei uns noch keinen ICE mit Schlafwagen gesehen): 4er-Kabine wie gewohnt, aber mit eigenem Fernseher, Leselicht, Hausschuhen und ausreichend Platz – mit 700 RMB pro Person auch nicht gerade billig.

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Erstellt am Samstag 24. Oktober 2009
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Wuyuan (Jianxi): Zurück nach Shanghai

Am nächsten Morgen hieß es erst einmal Abschied nehmen: während Joyce und Yvonne den Bus in die „Porzellanstadt“ Jingdezhen und dann den Flieger nach Beijing nahmen, erkundeten wir zunächst noch eine Weile die Kleingärten und Wege rund um Qinghua, bis wir gegen Mittag den Bus nach Wuyuan (6 RMB, 30-minütig) nahmen und dort auch gleich Tickets für unser eigentliches Tagesziel Shanghai kauften (175 RMB). Da der Bus erst um 17:20 Uhr losfahren sollte, hatten wir noch genügend Zeit die an Sehenswürdigkeiten arme Stadt zu Fuß zu erkunden, uns im Supermarkt mit Proviant und einem 1996er „Great Wall“ Rotwein (130 RMB) einzudecken und anschließend im „Ming Tien Coffee Language“ mit Birnensaft, Haussandwich und kenianischem „Blue Mountain“-Kaffee (stolze 150 RMB) zu stärken.

Die sechsstündige Busfahrt über Hangzhou velrief relativ ereignislos und ließ sogar noch Zeit für eine kurze Toiletten- und Abendessenpause. Störend war lediglich, dass man die Fahrt beinahe voollständig in Dunkelheit verbrachte und außer Dösen keine sinnvolle Beschäftigung möglich war.

Um kurz nach 23 Uhr in Shanghais „Südlichem Busbahnhof“ angekommen, mussten wir ernüchtert feststellen, dass um diese Uhrzeit weder U-Bahn noch Buss fuhren und wir somit auf ein Taxi angewiesen waren. Die auf uns zukommenden Fahrer wiesen wir kopfschüttlend ab, als sie anfangs 99, am Ende noch 60 RMB für die Fahrt zu unserem Hostel im Stadtzentrum verlangten. Als wir dann aber in einem „offiziellen“ Taxi mit Meter saßen und den Yuans beim Hochzählen zusahen (über 70 RMB am Ende), mussten wir erkennen, dass die ersten Angebote so schlecht nicht gewesen waren.

Die beiden Betten im 4-Zimmer ohne Fenster, die wir bei unserem letzten Aufenthalt im „Ming Hiker Youth Hostel“ reserviert hatten, waren noch frei – leider als einzige Zimmer im gesamtem Hostel, so dass unser Wunsch, doch das Luxus-Doppelzimmer zu nehmen, nicht erfüllt werden konnte. Chen Nee stärkte sich mit einer Portion Instant-Nudeln, während ich den Abend mit einem Apfel und einem Tiger-Bier ausklingen ließ.

Nach akrobatischen Übungen (wie wechsle ich von normaler Kleidung in meinen Schlafanzug, ohne Wand und Boden zu berühren) in der – überraschend sauberen – Nasszelle fiel ich gegen 2 Uhr in einen viel zu kurzen Schlaf, der durch das Geräusch der Lüftung und der stickigen Luft nicht wirklich erholsam war. Aber wenigstens gaben die beiden Mädels in den unteren Kojen keinen Mucks von sich.

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Erstellt am Freitag 23. Oktober 2009
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Wuyuan (Jiangxi): Essen wie bei Muttern

Am nächsten Morgen schauten wir uns Xiao Likeng noch etwas bei Tageslicht an – nicht ohne zuvor die Vorräte der Bao Zi Verkäuferin geplündert zu haben – und machten uns dann auf den Weg zu unserer Pension, um unser Gepäck zu holen. Die Betreiberin erzählte uns von einem Bekannten, der uns für 120 RMB den ganzen Tag durch die Dörfer führen und anschließend in Wuyuan absetzen könne – ein verlockendes Angebot, das wir in Anbetracht der gestrigen Feilscherei gerne annahmen (kein Wunder, dass der Fahrer gestern von einem „dicken Fisch“ sprach, als er uns 55 RMB für 45 Minuten Fahrt in Rechnung stellte). Der Guide erwies sich dann auch als sehr nett, führte uns zunächst nach Yancun [延村] und Sixi [思溪] – deutlich weniger touristisch als die zwei Dörfer am Vortag.

Das Mittagessen gab’s im gleichen Stil wie am Vortag – mit dem Unterschied, dass das Hühnchen gebraten statt in Suppe daherkam und deutlich mehr Fleisch auf den Rippen hatte. Außerdem hatten wir auf Fisch verzichtet (den Karpfen trafen wir später im Waschbecken schwimmend wieder). Kulinarisches Highlight war jedoch der Kürbis, der wie das übrige Gemüse wohl aus den umliegenden Gärten stammte.

Viel Neues hatten die beiden Dörfer jedoch nicht zu bieten, in Sixi gab es auch wieder die schon bekannte Teeprobe – allerdings im Vergleich zu Xiaoqi in deutlich abgespeckter Form mit deutlich schlechterem Tee zu deutlich günstigeren Preisen. Danach ging’s weiter nach Qinghua [清华], dessen einzige Attraktion die 140 Meter lange „Regenbogenbrücke“ ist – in dieser Form und Erhaltung einzigartig in China. Vor die Wahl gestellt, im tristen Wuyuan ein Hotelzimmer oder vor Ort einen Raum zu mieten, entschieden wir uns für letzteres – und wie es der „Zufall“ will, hatte unser Führer auch hier eine Adresse parat. Erst waren wir skeptisch, doch die Räumlichkeiten (60 RMB) überzeugten uns: zwar gab es auch hier nur ein Loch-Klo, aber gerade die Toilette mache insgesamt doch einen sehr sauberen Eindruck. Eigentliches Highlight war jedoch die direkt vor unserem Fenster gelegene Dachterrasse, die einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang garantierte.

Nach kurzer Siesta suchten wir die „Alte Straße“, die das Dorfzentrum markieren sollte, doch dort war ebenso wie in den übrigen Gassen tote Hose. Als wir an einem Haus mit einem mit Essen beladenen Tisch vorbeikamen, fragten wir vorsichtig an, ob sich in der Nähe ein Restaurant befände – in der stillen Hoffnung, dor mit essen zu können. Es stellte sich heraus, dass die Besitzerin des gegenüber liegenden Hauses tatsächlich für Gäste kocht. Wenige Minuten später fanden wir uns also im Wohnzimmer der Dame an einem runden Tisch vor laufendem Fernseher wieder, während sie in der Küche das Abendessen zubereitete (Kleine Flussfische, Kürbis, Tofu und Tomate mit Ei) – die Mädels fühlten sich an ihre Zeit bei Muttern erinnert.

Danach ging’s im Licht einer Maglite – wie gesagt, tote Hose – und einer Flasche gekühltem Bier zurück zur Unterkunft, wo wir uns bei der netten Vermieterin noch mit Obst (Longdan zum Knabbern, Äpfel und Mandarinen als Reiseproviant) eindeckten – sie war im Zweit- bzw. Drittberuf Obsthändlerin auf dem Markt. Den Abend ließen wir dann auf „unserer“ Dachterrasse bei Bier, Keksen und Longdan gemütlich ausklingen.

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Erstellt am Donnerstag 22. Oktober 2009
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Wuyuan (Jiangxi): Dörfliches Leben

Nach gemeinsamen Frühstück ging’s zur Bank und anschließend zum Busbahnhof – es galt den Bus um 12:30 Uhr nach Wuyuan zu erwischen, was uns als Ausgangsbasis für die Erkundung der umliegenden Dörfer dienen sollte. Tickets gerade gekauft (38 RMB), als uns ein Fahrer seine Dienste anbot: direkt in eines der Dörfer in nur einer Stunde, statt drei Stunden mit dem Bus. Also Tickets gleich wieder zurück gegeben (20% Stornogebühr) und das Taxi nach Xiaoqi (150 RMB) genommen.

Dort angekommen, mussten wir erneut feststellen, dass unser treuer Begleiter Lonely Planet in China schnell veraltet: seit 2009 gibt es ein neues Preissystem (anscheinend hat sich ein privater Investor des Themas angenommen) und statt der angegebenen 20 RMB kostet der Eintritt nun stolze 60 RMB für ein einzelnes Dorf. Es gab allerdings ein fünf Tage gültiges Kombi-Ticket für insgesamt 10 Dörfer bzw. Sehenwürdigkeiten (180 RMB, Student ca. 120 RMB). Die Zutrittskontrolle war ebenfalls auf höchstem technischen Niveau, mit Plastikkarte, Fingaberabdruck-Scanner usw.

Eine Schülerin (30 RMB) zeigte uns verschiedene – teilweise noch bewohnte – Häuser des Dorfes, beginnend im Ortsteil „Unteres Xiaoqi“. Es sah so aus, als ob der überwiegende Teil der rund 500 Einwohner im Souvenirverkauf tätig ist, was natürlich leider auf Kosten der Atmosphäre geht. Nach einer prinzipiell kostenfreien und eigentlich recht interessanten Teeverkostung ging‘ dann weiter ins deutlich beschaulichere „Obere Xiaoqi“, wo wir eher ein Gefühl für die Lebensweise der Bewohner bekamen. Nachdem wir in einem der Häuse unser Mittagessen bestellt hatten, erkundeten wir noch einige weitere Gebäude – allesamt im Huizhou-Stil, d.h. zweistöckig und mit einer kleinen Lücke im Dach, um das Regenwasser zu sammeln. Der zweite Stock war dabei den Mädchen vorbehalten, um zu verhindern, dass sie vor Ihrer Verheiratung das Haus verließen.

Nach einer halben Stunde ging’s zurück zu unserem „Lokal“ (eher das Wohnzimmer der Familie, mit nur einem Tisch). Das Freilandhuhn war mittlerweile geschlachtet und schon im Suppentopf gelandet. Zusammen mit einem rotem Karpfen und dem obligatorischen Gemüse aus weitgehend eigenem Anbau waren die Gerichte durch die Bank zwar gut – wenngleich nicht überragend.

Gegen 15:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Dorfeingang und auf zu unserem nächsten Ziel, (Xiao) Likeng, wo wir auch übernachten wollten. Nach harter Verhandlung fanden wir auch einen Fahrer, der uns für 55 RMB dorthin brachte (die Brüder nutzten die Tatsache, dass kein Bus mehr fuhr, gnadenlos aus – willkommen in der Marktwirtschaft) und – dort angekommen – auch gleich eine Unterkunft anpries. Damit war er allerdings nicht alleine, denn am Eingang wartete schon eine Frau, die ebenfalls Räume anbot. Beide kosteten 60 RMB, aber das der Frau gehörenden „???“ (zwischen Shengming Pavillon und Alter Bühne gelegene) erschien uns deutlich sympathischer und einen Ticken sauberer als das – übrigens auch im Lonely Planet gelistete – „???“.

Nachdem wir unser Gepäck abgelegt und die dringendsten Geschäfte erledigt hatten, wurde es auch schon dunkel. Wir streiften eine Weile entglang der beiden Flüsschen, die sich durch das Dorf ziehen, und am Shengming Pavillon aufeinanderstoßen. Mangels Alternativen war das dort befindliche Teehaus dann auch unser Anlaufpunkt für ein kleines Abendessen (die Spieße organisierte der Chef von der gegenüber liegenden Dorf-Karokebar), bis es dann zeitig in die Heia ging.

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Erstellt am Mittwoch 21. Oktober 2009
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Huang Shan (Anhui): Canyon-Trecking

Ein Wecker wäre diesmal gar nicht nötig gewesen, denn ab 5 Uhr bereiteten sich vor unserem Fenster die Tourigruppen auf den Abmarsch vor. Da wir nur einen kurzen Aufstieg vor uns hatten, machten wir uns gegen 5:30 Uhr auf den Weg, um am „Purple  Valley Peak“ um gute Plätze zu kämpfen. Diesmal sollten wir wettertechnisch mehr Glück haben als auf Tai Shan: wolkenloser Himmel ermöglichte ein paar schöne – wenn auch nicht weltbewegende – Aufnahmen von der aufgehenden Sonne. Zurück im Hotel stärkten sich die Mädels mit einem Topf Instantnudeln, während ich mich über die Oreo-Kekse von Joyce und den grünen (Hotel-)Tee hermachte.

Gegen 8 Uhr machten wir auf zum eigentlichen Highlight unserer Huang-Shan-Tour, dem Xihai Canyon: inmitten einer faszinierend schroffen Landschaft ging es auf betonierten, aber nur wenige Zentimeter dicken Wegen – unter denen teilweise Hunderte Meter Abgrund lauerten – zuerst hinunter auf den Boden der Schlucht (1300 m) und dann wieder hinauf zum „Bright Summit Peak“ [光明顶] (1840 m). Für meinen Geschmack absolut die richtige Mischung aus Abenteuer und Sicherheit. Interessant ist auch, dass man oft selbst gar nicht merkt, welch Abgründe sich gerade unter einem auftun, so dass mir nur beim Fotografieren der anderen manchmal etwas mulmig wurde. Die Natur wirkte aber scheinbar auch unglaublich inspirierend: mit geschultem Blick entdeckten wir unterwegs eine Felsformation, die bisher noch auf keiner Karte verzeichnet war und von uns den Namen  „Kleiner Affen, der auf’s Meer blickt“ erhielt.

Gespickt mit vielen Foto- und Esspausen dauerte es rund acht Stunden, bis wir endlich an der „Cloud Valley Temple“-Seilbahn vom Vortag (80 RMB) ankamen.  Ziemlich geschlaucht ging’s mit dem Taxi (50 RMB und damit gerade so teuer, dass es für vier Personen immer noch 2 RMB günstiger als der Bus war) und dem Bus über Tangkou zurück nach Tunxi. Dort noch mit dem Bus ein Stück weiter bis zur Lao Jie, der Alten Straße, in dem sich auch das Hotel mit unserem Gepäck befand – nur leider am entgegen gesetzten, rund 1 Kilometer entfernten Ende. Also erst einmal was in einem der bekanntesten Restaurants Tunxis gegessen, dem „Meishi Renjia“  (wir hatten uns den ganzen Tag nur von Keksen und Äpfeln ernährt): man kann sich die gesamte „Speisekarte“ in Form von Ausstellungsstücken begutachten, die jeweils mit einer Nummer versehen sind. Wenn man was Geeignetes gefunden hat (die Auswahl ist so groß, dass mit Sicherheit für jeden was dabei ist), trägt man Anzahl, Nummer und zur Sicherheit noch den (sehr fairen) Preis auf eine Art Bestellzettel und gibt diesen bei einer Kellnerin ab – danach geht alles seinen gewohnten Gang. Wir ließen die Schildkröte links liegen und entschieden uns stattdessen für Suppe, Dumplings (unser Favorit war die Kürbisfüllung), eine Art Chili-Chips, Seetang-Salat und als Nachtisch noch Yam-Eis und „Silberohr“ (ein weißer Pilz mit leicht süßlichem Geschmack) – zu viert schlemmt sich’s einfach besser. 🙂

Nach „getaner Arbeit“ ging’s die Souvenirstraße hinunter bis zum „Old Street Hotel“, wo wir gleich wieder eincheckten. Joyce und Yvonne entschieden sich für das Standard-Doppelzimmer (220 RMB), während wir für das größere Luxus-Doppelzimmer (300 RMB) optierten. Nachdem keines dieser Zimmer verfügbar war, gab es sogar ein kostenloses Upgrade auf die Honey Moon Suite – mit japanischen High-Tech-Matratzen als Highlight.

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Erstellt am Dienstag 20. Oktober 2009
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Huang Shan (Anhui): Hinauf auf den „Gelben Berg“

Shangxings Mutter hatte für uns noch zwei Tickets ergattert – allerdings für die Kategorie „hard sleeper“ (120 RMB). Die Spannung war entsprechend groß und schnell zeigten sich die Unterschiede: drei Betten übereinander statt zwei, keine Abtrennung in Abteile und – wie es der Name vermuten ließ – Matratzen, die jede Erschütterung des Zuges an den Körper übertragen. Aber auch so ließ sich einigermaßen schlafen, schließlich hatten wir schon Schlimmeres durchgemacht.

Um 9 Uhr kamen wir in Tunxi (so heißt die Stadt richtig, der Zielbahnhof nennt sich jedoch „Huang Shan“) an und machten uns direkt ins „Old Street Hotel“ [???] auf, wo bereits am Vorabend Joyce und Yvonne – gute Freundinnen von Chen Nee aus Singapur – eingecheckt hatten und auf uns warteten. Nach herzlicher Begrüßung machten wir uns auf die Suche nach einem Frühstück, um die Planung für den Tag zu besprechen. Wir entschieden uns für Bao Zi, aber irgendwie vergaßen wir vor lauter Erzählen über die Planung zu sprechen. Also im Hotel nach mal über einer Kanne Tee Nägel mit Köpfen gemacht, ein Taxi nach Tangkou (70 min, 150 RMB) organisiert und das Gepäck im Hotel deponiert.

In Tangkou angekommen, mit dem Taxi (50 RMB) weiter zur „???“-Seilbahn (80 RMB) – nicht ohne zuvor noch 230 RMB (Studenten 115 RMB) für den Eintritt in das Gebiet des „Gelben Berges“ [Huang Shan] bezahlt zu haben. Die Chinesen lassen sich ihre Naturschönheiten wirklich teuer bezahlen.

Das Berggebiet ist allerdings jeden Yuan wert, im Gegensatz zum Tai Shan gibt es hier mehr zu sehen als nur Stufen und Bäume: die schroffen Felsen mit ihren skurrilen Formationen (z.B. „Der Affe, der über das Meer blickt“) ergeben eine beeindruckende Landschaft. Nachdem wir den (leider bewölkten) Sonnenuntergng auf dem „Purpurnes Tal Gipfel“ [???] verfolgt hatten, kamen wir nach einigen Metern auch schon an unserem Ziel für die Nacht an, dem Paiyun Lou. Joyce hatte im Vorfeld telefonisch zwei Räume für uns reserviert – doch die Dame an der Rezeption wollte plötzlich davon nichts wissen: ausgebucht, nur noch „Luxuszimmer“ für 1450 RMB verfügbar. Über dunkle Kanäle kamen wir schließlich für 1200 RMB an solch ein Zimmer (wie alles auf dem Gipfel total überteuert) und haben es eben zu viert belegt – immer noch günstiger als zwei Doppelzimmer im benachbarten Hotel. Nachdem wir uns nacheinander ins Zimmer geschlichen hatten und der gröbste Ärger über das Personal verflogen war, ging’s mangels Alternativen ins Hotelrestaurant. Wir hatten dort die gesamte Etage für uns (wie wir später feststellen sollten, gab es nämlich doch eine Alternative), während sich einen Stock tiefer die Reisegruppen am Buffet labten. Das Essen war dann aber überraschend gut, auch wenn an der „Bierente mit Pinienkernen“ kaum Fleisch war. Danach ging’s auf direktem Weg in die Heia, schließlich wollten wir am nächsten Morgen einen zweiten Anlauf in Sachen „Sonnenaufgang“ nehmen.

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Erstellt am Montag 19. Oktober 2009
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Zhenjiang (Jiangsu): Angeln für Anfänger

Um 9 Uhr wollte uns Shangxing zum Frühstück abholen, also hieß es frühzeitig aufstehen und packen. Nach einer Nudelsuppe (aus frischen Nudeln, ebenfalls eine regionale Spezialität) stießen auch die Eltern von Shangxing dazu und gemeinsam ging es an einen künstlich angelegten See in der Nähe, der den Einheimischen als Fischrevier dient. Die Fischdichte gleicht dabei eher einem Aquarium, so dass man auch als Anfänger schnell Erfolge erzielt. Mit Shangxing vier, Chen Nee drei und mir immerhin einem Fisch (etwas wählerisch waren die Dinger wohl doch, an welchem Haken sie sich aus dem Wasser ziehen ließen) hatten wir nach rund zwei Stunden genug Ausbeute, um zum zweiten Teil überzugehen: dem Verspeisen unseres Fangs. Nach unseren Wünschen wurden die Fische zubereitet und zusammen mit Gans (ebenfalls von der „Farm“) und den üblichen Beilagen aufgetischt.

Danach war erstmal Siesta angesagt. Shangxings Mutter hatte sogar extra für uns das frühere Kinderzimmer hergerichtet und nach und nach gingen alle zum Mittagsschlaf über. Frisch ausgeruht ging’s danach quer durch die Nachbarschaft auf der Suche nach einem Pyjama für Chen Nee, während der Vater die Besorgungen für’s Abendessen erledigte. Als wir dann wieder das Haus der Mutter erreicht hatten, war er – seines Zeichens früher Koch – bereits in seinem Element und briet gerade einige „Löwenköpfe“ (sein Spezialgericht, eine Art Fleischbällchen) in heißem Fett aus.

Als auch dieses Mahl verputzt war – so langsam konnte ich nicht mehr, ich sehnte mich fast nach einer Pause vom Essen – war es auch schon Zeit zum Aufbruch. Shangxings Vater fuhr seine Tochter erst in ihr Studentenwohnheim in Yangzhou (auf der gegenüber liegenden Seite des Yangtze) und setzte uns auf dem Rückweg am Bahnhof ab – um 0:22 Uhr sollte unser Nachtzug nach Huang Shan gehen.

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Erstellt am Sonntag 18. Oktober 2009
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Suzhou (Jiangsu): Die Seidenraupe ruft

Morgens stand erstmal der „Garten der tiefen Besinnung“ [Tuisi Yuan] auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin deckten wir uns noch mit einer regionalen Keks-Spezialität ein, deren Name „Sockensohlenkeks“ [Wa Di Su] glücklicher Weise von der Form und nicht vom Geschmack herrührt. In einem der vielen Keramikläden erspähten wir ein Teeset, das uns bereits am Vortag angelächelt hatte. Nach kurzer Abwägung, ob wir uns wirklich die nächsten eineinhalb Wochen damit belasten wollen, und dem obligatorischen Gefeilsche wurden wir uns einig (110 RMB, inkl. einem Holztablett).

Der Garten selbst war dann reichlich unspektakulär (Eintritt im Dorf-Ticket enthalten), so dass wir uns kurze Zeit später bereits im Bus zurück nach Suzhou befanden. Dort angekommen besorgten wir uns Zugtickets für den Nachmittagszug nach Zhenjiang (unglaublich, welch lange Schlangen es trotz der rund 30 Schalter gab) – leider gab’s nur noch Stehplätze, die allerdings das Gleiche kosten wie ein Sitzplatz. Das Gepäck deponierten wir direkt am Bahnhof (5 RMB/St.) und machten uns zu Fuß Richtung Seidenmuseum auf. Suzhou war in vergangenen Jahrhunderten eines der bedeutensten Seidenzentren und kann auf eine Geschichte von mehreren Tausend Jahren zurück blicken. Das Museum (15 RMB) war dann eher etwas für Liebhaber, einzig die lebenden Seidenraupen in den verschiedenen Entwicklungsphasen und der Webstuhl, mit dem mehrere Dutzend Kokons (=Fäden) gleichzeitig verarbeitet werden konnten, weckten mein Interesse.

Da sich das Museum direkt neben der Beisi Pagode befand, stattete ich dieser – mit 45 Metern immerhin die größte Pagode südlich des Yangtze – einen kurzen Besuch ab (25 RMB) und genoss den Rundblick über Suzhou. Sehr beschaulich war auch der kleine Klostergarten hinter der Pagode, über dem ein süßlicher Blütenduft hing.

Danach ging’s zurück zum Bahnhof, wo ich mir ein „Double Zinger Menüs“ bei KFC einverleibte (Chen Nee, kein Interesse an der Pagode, hatte sich schon was „Einheimisches“ zum Mittagessen gegönnt) – der Geschmack weckte Erinnerungen an meine Zeit in Singapur.

Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt kamen wir um 18 Uhr in Zhenjiang an, wo Chen Nees ehemalige Austauschschülerin Shangxing uns schon am Bahnhof erwartete. Nach kurzer Begrüßung ging’s mit dem Taxi direkt in ein Restaurant im Stadtzentrum, in dem Shangxings Mutter im kleinen Kreis ihren (47.) Geburtstag feierte – für derartige Zwecke bieten viele Restaurants Privaträume an, mit nur einem Tisch und eigener Bedienung. Shangxings Mutter sowie die Eltern und ein Freund waren schon da, mit uns drei war der Tisch auch schon komplett.

Nach einem kurzen „Ni hao“ war das Eis gebrochen und nach und nach wurden die Speisen aufgetischt: alles Spezialitäten aus Zhenjiang, wie zum Beispiel „Sülze“ [xiao rou] mit Essig, Hühnchen mit Chilisoße, „Tintenfisch“ (der sich später als – durchaus leckere – Schweineniere entpuppte), Fisch süß-sauer („das essen die Langnasen gerne“) und und und … viel zu viel für uns sieben. Im Anschluss gab es noch einen Grüntee-Kuchen und Wassermelone, dann brachte aber auch wirklich niemand mehr einen Bissen runter.

Mittlerweile hatte Shangxings Familie telefonisch ein Zimmer im „Nanmen Hotel“ für uns organisiert (gar nicht so einfach in einer Stadt, die kaum von touristischem Interesse ist), das sich als ausgewachsene Suite in einem eher einfachen Pension entpuppte, direkt am Ende des Nachtmarktes gelegen. Das Personal hatte es wohl noch nie mit ausländischen Gästen zu tun gehabt, entsprechend langwierig gestaltete sich der Checkin. Nachdem wir das Gepäck abgestellt hatten, ging es noch auf einen Verdauungs-Spaziergang entlang des Yangtze (die Einheimischen nennen ihn aus unerfindlichen Gründen „Chang Jiang“, was mich auch nach Tagen noch verwirrte) und anschließend fielen wir in einer der Betten in unserer Suite.

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Erstellt am Samstag 17. Oktober 2009
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Tongli (Jiangsu): Wasserdorf mit Sexmuseum

Der Zug nach Suzhou sollte erst um 10 Uhr fahren, Zeit genug also für sowas Ähnliches wie Ausschlafen und den „harten“ Weg mit der U-Bahn zum Bahnhof. Sogar für einen Besuch bei KFC reichte es. Der heutige D-Zug (27 RMB) ist vergleichbar mit unserem ICE, die K-Züge – mit denen wir es bisher zu tun hatten – entsprechen nach dieser Logik den ICs. Nach einstündiger Fahrt in Suzhou angekommen, ging es mit dem Touristenbus (8 RMB, alle 15 Minuten, zzgl. 80 RMB Eintritt) gleich weiter zu unserem eigentlichen Ziel des Tages, dem „Wasserdorf“ Tongli – auch noch mal eine knappe Stunde.

Das Dorf war den Umweg aber auf jeden Fall wert, denn auch wenn es rein vom Tourismus lebt, hat es noch einen Teil seines ursprünglichen Charmes bewahrt. Dieser zeigt sich insbesondere gegen Abend, wenn die Tagesausflügler von Suzhou und Shanghai das Dorf verlassen haben. Aus diesem Grund hatten wir auch eine Übernachtung im „Zhenfu Caotang“ vorgesehen, das nicht nur auf der Homepage eine gute Figut abgibt: ähnlich wie zu unserer Unterkunft in Beijing wurde ein alter Innenhof renoviert und in ein Hotel umfunktioniert. Unser Zimmer (300 RMB) hatte sogar eine Art chinesisches Himmelbett. Dazu waren die Betreiber supernett, haben uns eine Empfehlung für ein Restaurant und eine Teestube gegeben (und das, obwohl sie selbst Tee verkaufen) und waren auch sonst sehr herzlich. Wie wir es mittlerweile gewohnt waren, gab es im Zimmer eine große Thermoskanne mit heißem Wasser, diesmal jedoch auch (exzellenten) Tee.

Nach dem Einchecken bummelten wir etwas durch die engen Gassen und überquerten dabei etliche Kanäle, die sich durch das ganze Dorf ziehen. Die sich so ergebenden Inseln sind durch eine Vielzahl von Steinbrücken verbunden, so dass das Dorf seinen Spitznamen „Klein-Venedig“ durchaus zu recht erhalten hat.

Anschließend kehrten wir in das empfohlene Lokal „???“, nicht weit von unserem Hotel gelegen, ein. Zuerst war ich etwas skeptisch, aber die Schweinehaxe Tongli Style – ganz mürbe und mit einer dicken, süßlichen Soße – hat die Empfehlung voll und ganz gerechtfertigt. Das Tongli-Bier konnte zwar mit dem aus Qingdao oder Beijing nicht mithalten (war aber immerhin noch besser als das japanisch Asahi am Vortag mit seinem biestrigen Nachgeschmack), aber dafür konnte die Inhaberin ja nichts.

Derart gestärkt machten wir uns auf zum heimlichen Highlight von Tongli – Chinas erstem und einzigen Sex-Museum (20 RMB). Ursprünglich in Shanghai beheimatet, hat es nun im deutlich beschaulicheren Tongli seine Pforten geöffnet. Mit am Interessantesten sind die Skulpturen im idyllischen Garten, die von antiken Fruchtbarkeitsgöttern bis zu modernen Kunstwerken das gesamte Spektrum abdecken. Die eigentlichen Exponate sind in zwei Ausstellungspavillons untergebracht und zeichnen die (sex-)kulturelle Entwicklung in China der letzten 5.000 Jahre nach: von der frühzeitlichen Polygamie hin zur Einehe und schließlich der Emanzipation der Frau – die Tradition der gebundenen Füße und ausgeklügelte „Bestrafungssattel“ gaben ein lebhaftes Bild davon, welches Schicksal die Frauen in früheren Jahrhunderten erleiden mussten. Aber auch auf die Rolle der Homosexualität und anderer „Varianten“ wurde eingegangen.

Danach ging’s erstmal für eine Weile auf’s Zimmer zum Relaxen, was einem bei einer Tasse Tee in der abendlichen Brise des Innenhofs nicht wirklich schwer fiel. Danach noch ein bisschen gebummelt, durch das mittlerweile stimmungsvoll erleuchtete Dorf. Eine Kleinigkeit gegessen, allerdings weder preislich noch qualitativ mit dem leckeren Lunch vergleichbar (für den Tee verlangten sie bereits 40 RMB, ein sicheres Zeichen, dass es sich um „Nepp“ handelt). Anschließend zurück ins Zimmer und etwas in Konfuzius’ Lunyu gelesen (ein Mitbringsel aus Qufu) – harte Kost in Anbetracht der stellenweise recht holprigen Übersetzung ins Englische.

Fotos des Tages:

Erstellt am Freitag 16. Oktober 2009
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Shanghai: Kommerz und Konsum

Der Wecker störte um 6 Uhr unseren Schlaf, wieder mal viel zu früh. Wir mussten auf jeden Fall unseren schon zu Hause gebuchten Flug nach Shanghai (China Eastern, 55 EUR) erwischen – 20 Minuten Frühstück (ordentliches Buffet) mussten also reichen. Fast genauso lange brauchte die Damen an der Rezeption zum Auschecken (jetzt wissen wir, was unser Lonely Planet mit „slow moving staff“ meint). Danach ins Taxi vor dem Hotel gesprungen, der uns zum nahe gelegenen Stop des Airport Shuttles bringen sollte. Es stellte sich heraus, dass der Stop einige Kilometer verlegt wurde und der Bus auch nicht 10, sondern 20 RMB pro Person kostet (alles nach Aussage des Taxifahrer) – lange Rede, kurzer Sinn: nach einigem hin und her („Wegen 10 Yuan diskutiert er so viel herum!“) fuhr er uns für 90 RMB direkt an den Flughafen – und das in einem Fahrstil, der so manchen Formel-Eins-Fahrer den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hätte. Sehr schön war seine Erklärung, warum er ab und zu scheinbar grundlos auf der Gegenspur fuhr: um den fest montierten Blitzern auszuweichen – irgendwie nachvollziehbar.

Um 8:30 Uhr kamen wir also am Flughafen an, checkten ein und stellten ziemlich schnell fest, dass unsere Bedenken bzgl. inländischer Flüge völlig unnötig gewesen waren: In allen Aspekten, die man als Passagier beurteilen kann, braucht der Terminal und später auch das Flugzeug den Vergleich mit deutschen Standards (und ich meine damit eher Frankfurt/Main als Frankfurt-Hahn!) nicht scheuen – vielleicht hängt aber auch das mit Olympia 2008 zusammen.

Nach einem zweiten Frühstück an Bord sind wir nach gut einstündigem Flug um 11:15 Uhr in Shanghai Honqiao (dem kleineren der beiden Stadtflughäfen, leider der ohne Transrapid-Anbindung) angekommen und gleich in Bus 925 Richtung „Renmin Square“ gefahren – war vielleicht nicht die cleverste Idee, denn der Bus brauchte ewig. Aber immerhin, wir waren da. Weiter mit dem Taxi zu unserer ersten Anlaufstelle für ein Zimmer: das „Ming Hiker Youth Hostel“. Zentral gelegen und auch mit einigen „Deluxe Doppelzimmern“ (300 RMB) ausgestattet, auf die wir es abgesehen hatten. Das Zimmer  war völlig in Ordnung und auch das Bad – mittlerweile ein entscheidendes Kriterium bei der Zimmerwahl – machte einen guten Eindruck.

Erst einmal Gepäck abgeladen, dann wollten wir erst einmal Nägel mit Köpfen machen: Hotel für den nächsten Tag reservieren, Bargeld abheben und gleich auch noch Ticket für alle anstehenden Zugfahrten besorgen. Dank der guten Lage und den hilfreichen Infos im Hostel ging alles sehr flott, so dass wir gegen 15 Uhr ein Taxi zum „Schneiderparadies“ Shi Liu Pu nehmen konnten: Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte von Kleinstläden, die sich alle auf maßgeschneiderte Kleidung spezialisiert hatten. Chen Nee wollte sich günstig eine gefütterte Jacke schneidern lassen, aber nach kurzer Zeit fand auch ich einen Anzug, der schon von der Stange klasse aussah: sehr guter Stoff und vor allem interessanter, weil chinesisch angehauchter, Schnitt (im Nachhinein wurde mir gesagt, das einzige Chinesische an dem Anzug sei der „Mandarin-Kragen“). Nach kurzem Feilschen (in den höher gelegenen und damit weniger frequentierten Ständen geht’s bestimmt noch deutlich günstiger) einigten wir uns auf 600 RMB inkl. einem Hemd – in einer Woche sollten wir zur Anprobe kommen. Nachdem das Geld vom Mittag schon wieder weg war, machte ich mich auf in den Kampf mit den Formularen und wechselte noch einige Euro.

Da wir noch etwas von Shanghai sehen wollten, machten wir uns zu Fuß Richtung Bund auf – einer Straße mit imposanten Gebäuden aus den 1930er Jahren, die allerdings eher einer Großbaustelle als einer Attraktion glich: EXPO 2010 lässt grüßen. Also weiter zur Nanjing Road; der Einkaufsmeile, die zu den größen Sehenswürdigkeiten zählt (bezeichnend für den touristischen Wert Shanghais): Menschenmengen, die sich unter den von Leuchtreklamen erleuchteten Himmel dem Kommerz und Konsum hingeben. Und wenn man den Eindruck erweckte, solo zu sein, bekommt man auch gleich Angebote gemacht, seine fleischlichen Gelüste zu stillen – entweder direkt („Do you want massage?“) oder indirekt (von vermeintlichen Englischstudentinnen, die es bei dem Satz „My wife is over there“ plötzlich sehr eilig haben).

Wir hatten zwar schon unterwegs von zwei Straßenständen kleinere Snacks genascht, brauchten aber auch mal wieder was Richtiges zwischen die Zähne. Im Untergeschoss des „Honyi Plaza“  wurden wir schließlich fündig: erst ein frisch gepresster Kiwi-Birnensaft, dann in der hippen japanischen Kette „Ajisen Ramen“ Kimchi, Chicken Wings sowie eine Nudelsuppe mit Muscheln und zum Schluss ein sehr feines (Delikatess-)Mochi (5 RMB) und ganz zum Schluss noch zwei exzellente portugiesische Eiertörtchen vom Stand gegenüber. Satt, zufrieden und müde machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel und schliefen den Schlaf der Gerechten.

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Erstellt am Donnerstag 15. Oktober 2009
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Qingdao (Shandong): Deutschland lässt grüßen

Nach knapp zwei Stunden Warten, kam unser Zug – wie eigentlich immer fast pünktlich und von gewohnter Güte. Die Wartezeit verbrachten wir damit zu philosophieren, ob jedes Volk erst einmal zum guten Benehmen erzogen werden muss, oder nicht. Anlass zur Diskussion gab der Wartende hinter uns, der in regelmäßigen Abständen das Rotz- und Spuckritual praktizierte, das man hier an jeder Straßenecke beobachten kann: Rotz aus der Tiefe des Körpers nach oben befördern, im Mund sammeln und  – ganz wichtig – richig positionieren, um das ganze Paket dann geraume Zeit später gezielt auf eine geeignete Stelle am Boden zu spucken.

Die geeignete Stelle war in diesem Fall die Wartehalle am Bahnhof, so dass sich mit der Zeit immer mehr Pfützchen vor ihm sammelten. Es kann Zufall sein, aber in den teureren Schlafwägen war diese Angewohnheit überhaupt nicht nzutreffen, so dass sich auch in den unteren Kojen sorgenfrei schlafen ließ.

Gegen 8:30 Uhr kam unser Zug schließlich in Qingdao an, berühmt für sein Bier, seine Strände und seine deutsche Kolonialvergangenheit – und genau das waren die Grünede für unseren Besuch. Vom Bahnhof aus erst einmal an den gewohnt aufdringlichen Tour-/Hotel-/Souvenir-Anbietern vorbei, dann zu Fuß Richtung Strandpromenade und nach einem knappen Kilometer war unser Ziel, das „Prince Hotel“ (früher „Prinz Heinrich“-Hotel) erreicht. Begeistert eingecheckt, denn die 400 RMB für einen „Distinguished Room“ erwiesen sich als echtes Schnäppchen (bestes Preis-Leistungsverzeichnis bisher). Schließlich kostete das Hotel in Qufu vom Vortag genauso viel, mit dem Unterschied dass hier die 4-Sterne im heutigen Hotel deutlich angebrachter gewesen wären.

Ein bisschen Wäsche gewaschen und anschließend die Gutscheine für einen Kaffee oder Tee in der im obersten Stock gelegenen Hotelbar eingelöst – tolle Aussicht, nettes Ambiente, aber vollkommen ausgestorben. Dazu noch ein Sandwich mit Schinken und eine Blaubeer-Waffel (zusammen mit einem zweiten Café 85 RMB) und wir waren bereit für die Stadt. Erstes Ziel sollte der von unserem Lonely Planet gerühmte Strand Shilouren im Osten der Stadt sein. Bus 804 direkt vor dem Hotel ging genau dort hin, allerdings durch die vielen Stopps im Schneckentempo. Erst nach rund 1-stündiger Fahrt waren wir am Ziel. Von „feinstem Sandstrand“ allerdings keine Spur, sondern stattdessen ein Golfplatz – kein Zutritt.

Als wieder einige Stopps zurück und endlich – Sand unter den Füßen. Ob das der Strand war, den wir gesucht hatten, haben wir bis zum Ende nicht erfahren, ist aber eigentlich auch egal: gemütlich schlenderten wir entlang der Küste erst in die eine, dann die andere Richtung, passierten einige Angler und geossen das schöne Wetter. Wie beinahe jeden Tag war auch heute strahlender Sonnenschein zu vermelden und das auch bei deutlich sauberer Luft  als am Tag zuvor in Qufu – wenngleich sich der direkt hinter der Stadt gelegene Fu Shan nur wie durch einen Schleier hinter der Skyline abzeichnete.

Danach ging’s mit dem Bus wieder Richtung Stadtzentrum und zu Fuß erkundeten wir die „deutsche“ Architektur Qingdaos: protestantische und katholische Kirche, Palast des Gouverneurs (mittlerweile ein Museum, also nur von weitem gesehen), dazwischen Fachwerkhäuser – alles relativ unspektakulär, wenn es eben nicht China gewesen wäre.

Da keine freien Taxis zu ergattern waren, nahmen wir Bus Nr. 1 ins neu geschaffene „Touristenzentrum“ (wahrscheinlich anlässlich der Olympischen Spiele 2008, deren Segelwettbewerbe in Qingdao ausgetragen wurden). Nachdem die „Delikatessenstraße“ entweder noch nicht oder nicht mehr ihren Namen verdient, wählten wir eines der vielen Restaurants in der angrenzen „Bierstraße“: Den deutschen Gründern der Tsingtao-Brauerei (damals noch unter dem Namen Germania) würde es warm um’s Herz, wenn sie erlebten, mit welcher Leidenschaft die Einwohner Qingdaos ihr Bier behandeln – es gibt jährlich ein großes Oktoberfest, Brauereiführungen uns seit neuestem eben auch eine Straße, die dem Getränk gewidmet ist. Unsere Wahl erwies sich jedenfalls als goldrichtig, denn die Venusmuscheln, die Aubergine mit Hühnchen sowie die Flusskrebse (Zwischenform von Hummer und Garnele) waren durch die Bank klasse – dazu noch einen halben Krug „Tsingtao naturtrüb“ [???] frisch vom Fass und es ging uns blendend (80 RMB).

Mit dem Taxi zurück, und noch einen Verdauungsspaziergang zum etwas vorgelagerten Leuchtturm unternommen, der seinen Namen „Xiao Qingdao“ (also „Kleine grüne Insel“) zur Abwechslung mal vollkommen zu recht trägt. Nachdem wir anschließend fast eine Stunde erfolglos mit dem hoteleigenen Internet-PC (20 RMB) nach einem Hotel für den nächsten Tag gesucht hatten, genehmigten wir uns noch an der Hotelbar einen Absacker – natürlich ein Tsingtao.

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Erstellt am Mittwoch 14. Oktober 2009
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Qufu (Shandong): Konfuzius sagt …

Einmal nur einen Wecker gestellt und schon „verschlafen“: erst um 8 Uhr sind wir aus dem Bett gekrochen – da hieß es etwas auf die Tube zu drücken. Heute sollte Konfuzius pur auf dem Programm stehen – oder „san kong“, wie es hier heißt: Konfuzius-Tempel, Konfuzius-Anwesen und der Konfuzius-Wald mit dem Grabmal von – genau – Konfuzius.

Das All-Inclusive-Ticket gekauft (150 RMB, Student 75 RMB) und mit dem Tempel begonnen, von dem Konfuzius selbst seine philosophischen und moralischen Vorstellungen predigte und der danach kontinuierlich ausgebaut wurde. Durchaus sehenswert.

Da der eigentlich geplante 16:30-Uhr-Bus wohl zusammen mit der Busstation der Modernisierung zum Opfer fiel, kümmerten wir uns anschließend erst einmal um eine Transportmöglichkeit nach Qingdao. Nach einigem Rumfragen landeten wir etwas südlich der Stadtmauern bei einer Agentur, die uns Zugtickets für die Nacht – und zwar „soft sleeper“ – beschaffen konnte. Problem gelöst, einige Bao Zi der Kategorie „für den Hohlen Zahn“ besorgt und auf dem Hotelzimmer gemütlich verspeist. Ausgecheckt, Gepäck gleich dort gelassen und weiter mit Kong Fu, dem Anwesen Konfuzius‘ – oder besser: seiner Nachfahren, die vom Ruhm und Ansehen ihres Urahnen deutlich mehr profitiert haben als er selbst. Am schönsten war eigentlich der Garten hinter dem Anwesen, der  – wenn man ein ruhiges Fleckchen sucht – der ideale Platz zum Entspannen ist.

Zu Fuß ging’s dann direkt weiter zum (sehr übersichtlichen) „Gelehrten-Museum“, das einem die Gelehrten-Kultur der Vergangenheit und ihre Bedeutung für die Gegenwart vermitteln soll, und gleich anschließend zur letzten Etappe im Leben Konfuzius‘: dem rund 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Wald, der gleichzeitig als Friedhof für die Anhänger Konfuzius‘  dient. Neben dem Meister selbst finden sich dort unzählige andere Grabhügel zwischen den unterschiedlichsten Bäumen – eine Oase der Ruhe, dazu noch mit guter Luft. Eine Kombination, die in Qufu eine echte Seltenheit ist: die Luft war hier so schlecht, dass man kaum die Tageszeiten unterschieden konnte – egal ob 8 Uhr oder 18 Uhr, das Licht hatte immer die gleiche, neblige Beschaffenheit.

Mit dem Mofa-Rikscha zurück ins Stadtzentrum, im nahen Internetcafe (auch hier wird Counterstrike gespielt) eMails gecheckt und ein Hotelzimmer für den nächsten Tag organisiert und dann wieder unsere Fressmeile aufgesucht. Nachdem wir uns bei den Spießen nicht sicher waren, ob auf dem Schild ein Lamm oder ein Hund abgebildet war, entchieden wir uns erst für eine Wan-Tan-Suppe (lecker) und dann – bei einem anderen Stand – für die Kalten Nudeln. Dazu gab’s jeweils eine lokale Biersorte (namens „san kong“, wie sonst).

Zurück zum Hotel und noch 2 Stunden gewartet, bis es dann gegen 23 Uhr mit dem Taxi Richtung Yangzhou Bahnhof ging (den Bau eines eigenen Bahnhofs für Qufu hatte die Kong-Familie erfolgreich verhindert), wo um 1 Uhr unser Zug losfahren sollte. Die Taxifahrt dahin war noch mal relativ abenteuerlich, mit einem Fahrer, der hinten sein Lao Po spazieren fuhr und sich erst von einem Kollegen die Mautplakette ausleihen musste.

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Erstellt am Dienstag 13. Oktober 2009
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Qufu (Shandong): Weiter Richtung Süden

Wenn man eine Nacht auf dem Tai Shan verbringt, gehört früh aufzustehen sozusagen zum Pflichtprogramm – schließlich gehört der Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu den Highlights. Um 5 Uhr weckte das Hotelpersonal alle Gäste, wer wollte konnte noch eine ausrangierte Armee-Jacke gegen die Kälte ausleihen. Anschließend pilgerte eine weitgehend grüne Karawane rund 20 Minuten zum besten Aussichtspunkt und brachte sich in Position. Kamera aufgebaut, gewartet, die Dämmerung kam, weiter gewartet, es ward hell – aber von Sonne keine Spur, zu bewölkt war es an diesem Tag.

Etwas enttäuscht ging’s zurück ins Zimmer, Sachen packen und schnell die Flucht ergriffen, bevor das Personal die Sauerei entdeckte, die wir hinterlassen hatten. Mit der auf der gegenüber liegenden Seite des Gipfels gelegenen Seilbahn ging’s den Berg hinunter zur Pfirsichblütenpark (80 RMB), dem wir jedoch keinerlei Beachtung schenkten, sondern den Touristenbus (30 RMB) nach Tao Hua Yu und gleich im Anschluss Bus Nr. 16 (2 RMB) zurück zum Bahnhof nahmen, um unser deponiertes Gepäck abzuholen. Zuvor erkundeten wir allerdings noch die Gassen und Märkte von Tai’an und wechselten noch etwas Geld. Als wir bei einem McDonald’s vorbeikamen, konnte ich nicht widerstehen und genehmigte mir eine Art Schoko-Frühlingsrolle und einen Kaffee – der erhoffte „Ahh“-Effekt blieb jedoch aus, anscheinend reicht eine Woche chinesische Kost nicht um Entzugserscheinungen  zu verursachen.

Wieder voll beladen ging es um 14 Uhr direkt am Bahnhof in den Bus nach Qufu, Geburtsort von Konfuzius und noch heute Pilgerort für seine Anhänger. Als wir dort rund eine Stunde später ankamen, mussten wir erst einmal feststellen, dass die Busstation – eigentlich direkt südlich vom Stadtzentrum gelegen – geschlossen und durch eine neue, rund fünf Kilometer weiter südlich gelegene ersetzt wurde. So ganz wollten wir dem Taxifahrer die Geschichte erst nicht glauben, als er uns für 10 RMB seine Dienste anbot – aber spätestens als er uns die ausrangierte Haltestelle beim Vorbeifahren zeigt, waren wir überzeugt.

Im Zentrum waren wir, nur ein Hotel hatten wir diesmal noch nicht im Vorfeld reserviert: mal schauen, was für Schnäppchen man vor Ort erzielen kann. Die Empfehlung des Fahrers hätten wir für 200 RMB, ein benachbartes Hostel sogar für 100 RMB (inkl. Internet-PC im Zimmer!) bekommen, schlussendlich entschieden wir uns dann doch für das einzige „4-Sterne-Hotel“ vor Ort (400 RMB, nach einigem Gefeilsche, ohne Frühstück), dem Queli Hotel. Da es für’s Sightseeing zu spät, für’s Essen zu früh war, nahm sich Chen Nee der Dreckwäsche an, während ich mich durch die Chinesischen Fernsehprogramme zappte – danke dafür :). Gegen 19 Uhr ging’s dann aber wieder weiter, schließlich wollten wir ja auch was von Qufu sehen: ein Jian Ping von der Straße als Grundlage, dann etwas gebummelt und anschließend in der (einzigen?) Fressmeile gelandet. Links und rechts priesen die Verkäufer die unterschiedlichsten Gerichte an – von Tintenfisch am Spieß bis zu Kalten Nudeln. Wir entschieden uns für eine Tofu-Kohl-Enten-Suppe und einigen „Platt-Sprossen“, was sich leider als die falsche Wahl entpuppte: weder das eine noch das andere schmeckte wirklich, wobei es die Sprossen schafften so zu schmecken wie Pflaster riechen.

Wir wanderten anschließend noch etwas umher, kamen dabei wohl auch am Rotlichtvierel von Qufu vorbei und kehrten dann in unser Hotel zurück. Heiß geduscht und diesmal es sollte es an Chen Nee sein, den Schlaf der Gerechten zu schlafen. Zuvor fragte eine nette Dame aber noch am Telefon an, ob wir nicht Interesse an einer „Massage“ hätten. Hierzulande anscheinend nichts Ungewöhnliches, denn auch unser Lonely Planet weiß davon zu berichten, allerdings über Anrufe zu deutlich unchristlicheren Zeiten.

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Erstellt am Montag 12. Oktober 2009
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Tai Shan (Shandong): Auf dem Kopf des Welterschaffers

Das nächste Mal, dass ich das Bett verließ, war 5 Uhr – schließlich wollten wir den ersten Bus zurück nach Ming Shui erwischen. Fit wie ein Turnschuh ging es den gleichen Weg wie am Vortag nach Ji’nan zurück, wo wir schon um 08:30 Uhr den Bus nach Tai’an nehmen konnten. Heute sollte die Besteigung des Tai Shan auf dem Programm stehen, des Heiligsten der fünf taoistischen Berge. Der Legende nach soll er aus dem Kopf von Pan Gu entstanden sein, als dieser – nach der Erschaffung von Himmel und Erde – vor Erschöpfung starb. Neben Kaisern, Konfuzius („Die Welt ist klein“) und Mao („Der Osten ist rot“) wollten nun auch wir die Besteigung in Angriff und möglichst mit einem tiefsinnigen Zitat beenden.

Schnell alles Wichtige in den Tagesrucksack gepackt, den großen bis zum nächsten Tag am Bahnhof deponiert (20 RMB/St.) und in der Nähe zur Stärkung eine Portion „geschabte Nudeln“ gegessen – so langsam entwickelte sich das Gericht zu unserem Favoriten. Mit Bus Nr. 3 (wie immer pauschal 1 RMB) zum „Roten Tor“ [???] gefahren, dem Startpunkt für den populären Hauptaufstieg (Eintritt 125 RMB, Studenten 60 RMB). Dieser gestaltete sich wenig spektakulär, dafür aber als tödlich für die Kniegelenke: vor wenig abwechslungsreicher Kulisse galt es rund 6.600 Stufen zu überwinden, um die rund 1.000 Höhenmeter bis zum Gipfel zu bewältigen. Es gab zwar reichlich Kalligraphien und einige Tempel entlang des Weges, aber beides war für mich als Europäer nicht wirklich spannend.

Auf halber Strecke – wie üblich blumig durch das „mittlere Tor zum Himmel“ markiert – entschied sich Chen Nee für die knieschonende Abkürzung mit der Seilbahn (80 RMB). Zuvor wollten wir aber noch kurz rasten und entschieden uns für das kleine Restaurant vor Ort; wie sich schnell herausstellen sollte, die falsche Wahl: nicht nur verlangten sie für den günstigsten (Gingko-)Tee 100 RMB, der dann auch noch in Plastikbechern kam, sondern die Jian Bing waren erstens nicht frisch und zweitens lieblos mit Wurst gefüllt. Wir versuchten, uns unsere Laune dadurch nicht mies machen zu lachen und suchten Zuflucht im Sarkasmus: wir vertrieben uns die Zeit damit, einer Angestellten beim genussvollen Popeln zuzuschauen – die Frühlingszwiebeln zerkleinerte sie (im direkten Anschluss daran!) mit deutlich weniger Leidenschaft.

Nach diesem kulinarischen Tal machte ich mich auf die zweite Hälfte des Weges und nach insgesamt knapp 3,5 Stunden Gehzeit erreichte ich um 17 Uhr das „Südliche Tor des Himmels“, das den Beginn der Gipfelregion markiert. Ich war reif für eine heiße Dusche (die letzte Stunde war eine Qual gewesen), daher gleich das Xianju Hotel gesucht, das wir am Vortag telefonisch reserviert hatten (für sehr moderate 300 RMB). Chen Nee war schon da, so dass ich erst in die Dusche, dann ins warme Bett hüpfen konnte. Das Zimmer war überraschend gut, nur die Klimaanlage/Heizung ließ sich nicht zur Arbeit überreden und zeigte stattdessen lieber die Raumtemperatur von 14 Grad an. Gerade als wir überlegten, wie wir was zu essen bekommen ohne das warme Bett verlassen zu müssen, klopfte es und wir wurden gefragt, ob wir den Room-Service in Anspruch nehmen wollten. Klar wollten wir: Zucchini-Suppe, Chicken Wings, gebratene Auberginen und das obligatorische Bier (120 RMB) waren zwar kein kulinarisches Erlebnis, schmeckten aber auf dem Zimmer gleich noch mal so gut. Satt und matt krochen wir anschließend noch tiefer unter die Decke (immerhin war es „schon“ 19:30 Uhr) und schliefen sehr schnell sehr tief – wir mussten am nächsten Morgen schließlich früh aus dem Bett.

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Erstellt am Sonntag 11. Oktober 2009
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Zhujiayu (Shandong): Regenerieren im mittelalterlichen Dorf

Andererseits eine Erfahrung, die man einmal (genau einmal) gemacht haben sollte, denn so hatte ich Gelegenheit die Freundlichkeit der Chinesen gegenüber „Langnasen“ am eigenen Körper zu erleben – kein Vergleich zu der Kuschelfahrt im „Soft Sleeper“. Ein junger Mann bestand darauf, dass ich seinen (bezahlten) Platz einnahm und stattdessen organisierte er sich erst einen anderen Platz und stand danach. Als das die Übrigen meiner Sechserbank (wie ich später festgestellt habe, wohl alle wie wir ohne Sitzplatzreservierung) das mitbekommen haben, wurde erst rotiert (der einzige, der immer saß, war ich), bis einer kurzerhand eine alte Zeitung auf dem Boden ausgebreitet und sich längs unter die Sitzbänke gelegt hat. Das hatten meine Mitreisenden wohl auch noch nicht erlebt. Irgendwann nachts stieg dann doch noch eine Frau mit Reservierung ei, so dass wieder ein Platz zu wenig war. Aber auch das ließ sich irgendwie lösen, obwohl ich vor lauter „hat eine Reservierung, sitzt aber auch einem anderen Platz, weil eine gebrechliche Oma auf seinem reservierten Platz sitzt“ bald nicht mehr durchgeblickt habe.

Chen Nee führte einige Meter weiter ihre eigenen Kämpfe, allerdings ohne „Langnasen“-Bonus. Es war nämlich wohl so, dass sich in dieses Abteil noch kein Europäer verirrt hatte, denn nachdem die anfängliche Scheu verflogen war, zeigten meine Banknachbarn ein reges Interesse daran, was ich denn schreibe und lese und aus was für einem Stoff meine Wanderhose besteht. Als ich dann beim Ausstieg auch noch den großen Trecking-Rucksack hervorholte, wurden die Augen so richtig groß.

Nach einem von Herzen kommenden Dank (geschlafen habe ich zwar keine Minute, aber die meiste Zeit konnte ich zumindest zwischen einer und zwei Arschbacken ausruhen) kamen wir um 5 Uhr sogar etwas früher als geplant in Ji’nan an und wurden vor dem Bahnhof wieder von mehreren Leuten angesprochen, die uns ihre Dienste anbieten wollten – und darauf hatten wir nach der Nacht im Zug nun überhaupt keine Lust. Also ab ins nächste chinesische „Diner“ und gegessen, was alle zu dieser frühen Stunde gegessen haben: eine Art „Langosch“  [You Tiao] mit einer Schüssel warmer Sojamilch, wahlweise natur oder leicht gesüßt. Mit dem Taxi (7,50 RMB) ging’s anschließend zum Busterminal und von dort mit dem Bus nach Ming Shui (13 RMB, alle 15 Minuten) und gleich in den nächsten Bus nach Zhujieyu (3,5 RMB, stündlich) – so dass wir gegen 9 Uhr tatsächlich wie geplant unser Tagesziel erreicht hatten. Irgendwie war ich selbst überrascht.

Nachdem wir den Deal eines mitreisenen Einheimischen angenommen und die Stadtmauern ohne Bezahlung der obligatorischen 15 RMB (dafür 10 RMB an ihn) passiert und ihm versprochen hatten, bei ihm im Laufe des Tages zum Essen vorbei zu schauen – wenn wir schon nicht sein Zimmer mieten wollten – gingen wir relativ zielstrebig durch eine Art Museumsdorf und dann eine Steinstraße entlang; an beiden Seiten gesäumt von alten Häusern in mehr oder minder gutem Zustand und alten Frauen, die wahlweise Webwaren, Obst, Getränke oder Skorpione verkauften. Die Plakate, die auf einige Einkehrmöglichkeiten hinwiesen, priesen neben Huhn und Fasan auch Waschbär und eine undefinierbare Insektenart an.

Als wir das vom Lonely Planet empfohlene Gucun Inn erspähten, checkten wir kurzerhand ein (60 RMB), um uns frisch zu machen und in ein paar saubere Klamotten zu wechseln. Die Zimmer waren so, wie man es für den Preis erwarten kann, aber zumindest war eine Toilette im Zimmer vorhanden und das Bett war sauber. Danach erklommen wir den Hügel zum nahen Kuixing Lou, einem taoistischen  Pavillon mit Statuen von Guan Yin und Guan Yu sowie einer Glocke, die man von dem „Mönch“ zur Erfüllung seiner Wünsche schlagen lassen kann.

Zurück im Dorf kamen wir an dem Gasthaus des Einheimischen vorbei, den wir bei unserer Anreise getroffen hatten, und kehrten ein. Der Hof ist wohl seit einer Fernsehproduktion selbst eine kleine Attraktion und das Essen, das uns der Besitzer und seine Frau gebrutzelt und im gemütlichen Innenhof serviert haben – Fasan, kaltes Rind mit Knobi-Dip und Gemüsepuffer, dazu Jasmin-Tee (75 RMB) – war mal eine ganz andere Geschmacksrichtung. Weil alles so einladend war – unserer Unterkunft fehlte es, wie Chen Nee es passend ausgedrückt hat, an „Herzchen“ (sprich Seele) – waren wir fast versucht, mit unserem Gepäck dorthin zu wechseln. Das ausgelagerte Gartenklo schreckte uns dann aber doch ab.

Auf dem Rückweg zu unserem „Inn“ kaufte Chen Nee noch eine Tischdecke und dann hieß es den entgangenen Schlaf nachzuholen uns sich für die Wanderung am nächsten Tag zu regenerieren: die Zeit von 15 Uhr bis zum nächsten Morgen habe ich ausschließlich im Bett verbracht.

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Erstellt am Samstag 10. Oktober 2009
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Datong (Shanxi): Irgendwie in die richtige Richtung

Um 8 Uhr gut erholt aufgewacht und mit dem einen im Preis enthaltenen Hotelgutschein gleich runter ins Restaurant, um das Frühstücksbuffet zu testen. Das – rein chinesische – Buffet war in Ordnung, aber nicht der Hit: insbesondere die Bao Zi waren doch sehr zäh.

Danach wollten wir eigentlich mit dem Taxi zum „Oberen Huyuan Tempel“ (Kommentar des Fahrers: „Der ist wegen Umbauarbeiten geschlossen!“), alternativ zur 9-Drachen-Wand (Auch dieses Wunschziel wurde kommentiert: „Da gibt’s doch nichts zu sehen, geht lieber zum Shanhua Tempel!“). So ganz koscher war mir der Fahrer jetzt nicht mehr und da wir gerade in der Huayansi Jie waren – laut Lonely Planet für ihre Teehäuser bekannt – baten wir den Fahrer uns genau hier raus zu lassen.

Die Straße war dann aber doch wieder nur Kommerz. Wir also zu Fuß weiter zu dem empfohlenen Tempel (unser ursprüngliches Ziel glich tatsächlich einer großen Baustelle), nach kurzer Zeit begleitet von einem gemütlichen Opa, der uns querfeldein zu dem Tempel führte. Der Shanhua Tempel selbst (20 RMB) fällt in die Kategorie „klein aber fein“, denn es gibt nur eine Vorhalle und zwei Haupthallen zu besichtigen. Abseits vom Trubel strahlte der Platz vor allem eine angenehme Ruhe aus.

Da Chen Nee ja noch nichts gefrühstückt hatte, machten wir uns auf die Suche nach der obligatorischen Seitengasse – vorbei an dem ersten Hundelokal, das uns aufgefallen ist. Wir wurden schließlich fündig und Chen Nee wählte eine Bohnensuppe ohne erkennbare Bohnen, dafür mit Tofu und Ei – sie war happy.

Danach weiter Richtung 9-Drachen-Wand, und auch hier sollte sich die Einschätzung des Taxifahrers bewahrheiten: fünf Minuten später und um 10 RMB  erleichtert, waren wir wieder draußen. Mittlerweile war es 11:30 Uhr und damit höchste Zeit zurück zum Hotel zu kommen und auszuchecken. Pünktlich zur Mittagszeit war das geschafft und nun war es für meinen Magen an der Zeit, wieder Nachschub zu bekommen. Die Suche im Bahnhofsviertel führte uns diesmal zu „Original Hangzhou Bao Zi“ – wie fast immer vor unseren Augen frisch zubereitet. Die zahlreichen Fliegen an der Wand bereiteten mir zunächst einige Sorgen, doch auch hier spielte mein Magen klaglos mit (Nachträglich ein großes Lob an ihn und seine Organ-Kollegen!)

Ab an den Bahnhof und um 13:40 Uhr in den Zug zurück nch Beijing gestiegen. Das Bier zum Lunch zeigte seine Wirkung, denn die ersten zwei Stunden war erst einmal Siesta angesagt. Danach ein bisschen Lesen und Schreiben und schon waren wir an unserem (Zwischen-)Ziel angekommen. Jetzt hieß es hoffen, schließlich wollten wir ja eigentlich nah Ji’nan. Und tatsächlich: für den Zug um 23 Uhr gabe es noch zwei (Steh-)Plätze. Besser als nichts, also gleich gebucht (73 RMB, K41, 6:30h) – schließlich ist man ja irgendwie doch Backpacker.

Die Zeit bis zur Abfahrt erkundeten wir die Bahnhofsumgebung und probierten japanisches Fast Food bei „Yoshinoya“ – genauso teuer wie eine ganze Mahlzeit im Hutong, aber zumindest sättigend. Um 22:30 Uhr dann ins Abenteuer Stehplatz gestürzt: die erste Stunde tatsächlich stehend, dann Sitzplatzhopping, wo gerade was frei war. Nicht gerade das, was man bis 05:30 Uhr machen möchte.

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Erstellt am Freitag 9. Oktober 2009
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Datong (Shanxi): Treffen mit dem chin. Außenminister

Wieder mal geschlafen wie ein Sack und erst vom Handyalarm, dann vom Bahnpersonal geweckt worden – Ankunft in Datong wie geplant um 6:30 Uhr. Als wir vor das Bahnhofsgebäude traten, wurden wir schon von einer Meute belagert, die uns Hotel/Tour/Taxi oder eine beliebige Kombination davon vermitteln wollten. Unser Hotel hatten wir jedoch bereits am Vortag übers Internet reserviert, vor dem Einchecken wollten wir jedoch noch unsere Zugtickets für den folgenden Tag nach Ji’nan kaufen.

Die Ernüchterung war groß, denn die Tickets für unseren Zug waren bereits alle ausverkauft. „Golden Week“ oder generelles Problem? Wir wussten es nicht. Also erst mal im Hong Qi Grand Hotel [Hongqi Dafandian] eingecheckt, direkt neben dem Bahnhof gelegen und mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis (280 RMB). Als wir dort nach einem Bus oder anderen Alternativen nach Ji’nan gefragt haben, sind wir schließlich doch bei einem „Agenten“ von CITS (sowas wie die offiziellen Reisebüros in China ) gelandet. Bustickets konnte der zwar auch keine mehr organisieren, aber wir entschlossen uns bei ihm die 2-in-1-Tagestour zum Hängenden Kloster und den Yungang-Höhlen zu buchen (225 RMB inkl. Mittagessen, statt 120 RMB reiner Eintrittspreis) – im Nachhinein eine gute Entscheidung, da insbesondere das Hängende Kloster schnell erkundet ist und eine langwierigie individuelle Anreise nicht rechtfertigen würde.

Um neun Uhr sollte es losgehen, genug Zeit das Gepäck nun tatsächlich auf die Zimmer zu bringen und in einem kleinen Laden noch ein Frühstück zu erhaschen: Dao Xiao Mien („mit dem Messer geschabte Nudeln“), eine Art Spätzlesuppe mit pikantem Hackfleisch – sehr lecker.

Der Bus fuhr erst die knapp 70 Kilometer nach Südosten zu dem Kloster, mit kurzen Halt in einem einfachen Dorf (Dong Ge Tun), wo wir schnell von Einheimischen belagert wurden, die uns Selbstgebasteltes verkaufen wollten. Die gesamte Gegend ist stark industriell geprägt, mit einem Schwerpunkt auf dem Steinkohleabbau – entsprechend verschmutzt war die Luft und entsprechend unattraktiv die Umgebung. Nach zwei Stunden erreichten wir das Kloster, das sehr überschaubar ist und – um mit dem Worten unseres Lonely Planet zu sprechen – kein „kulturelles Schwergewicht“ ist. Die Besonderheit ist, dass es in ehemals 100 Metern Höhe in die Felswand hinein gebaut wurde und über die Jahrhunderte von Buddhisten, Taoisten und Konfuzinern bewohnt wurde.

Nach einer knappen Stunde ging es dann weiter, zunächst zum Mittagessen (im Gegensatz zu dem bei uns zu diesen Gelegenheiten servierten Jägerschnitzel mit Kroketten sehr lecker) und dann zurück nach Datong und 15 Kilometer Richtung Westen zu den Yungang-Höhlen. Diese sind unbestritten das Highlight der Region: rund 40 Höhlen unterschiedlicher Größe, in den in jahrelanger Arbeit buddhistische Skulpturen aus dem (Sand-)Stein gehauen wurden – und das im 5. Jahrhundert. Am bekanntesten ist eine riesige Buddhastatue, die früher von einem Holztempel verdeckt wurde. Dieser fiel jedoch einem Erdbeben zum Opfer, so dass sich die Statue jetzt als ideales Fotomotiv anbietet. Eine Popularität, weswegen man der Statue auch den Spitznamen „chinesischer Außenminister“ gab.

Die Umgebung ist leider eine riesige Baustelle, in einigen Jahren soll hier ein unterirdisches Museum entstehen. Das galt es jedoch auszublenden und sich stattdessen auf unsere Führerin an diesem Tag, Li An, zu konzentrieren, die uns versuchte die Unterschiede zwischen Buddha- und Bodhisattva-Darstellungen zu vermitteln.  Nach dieser Kurzeinführung hatten wir noch eine knappe Stunde Zeit, den Platz auf eigene Faust zu erkunden – gerade ausreichend, ohne dass man sich gehetzt gefühlt hat.

Gegen 17 Uhr zurück im CITS Büro angekommen, hatten wir auch einen Plan B für die Weiterreise entworfen: am nächsten Tag zurück nach Beijing, um dort unser Glück zu versuchen (schließlich sollte auch unser ursprünglich geplanter Zug die Route über Beijing nehmen) – und tatsächlich, es gab noch genau einen Zug mit genau zwei freien Plätze für unseren Wunschtag. Und wieder Schlafkojen, so dass man notfalls auch ein Mittagsschläfchen halten kann.

Etwas beruhigt, dass unser Weiterkommen gesichert war, gingen wir kurz auf das Zimmer und machten uns etwas frisch. Danach gleich mit dem Bus Nr. 4 ins Stadtzentrum (1 RMB). Chen Nee hatte unseren Guide nach einer guten „Essstraße“  gefragt und als Antwort die Shuai Fu Jie genannt bekommen – gleich mit dem Hinweis, dass es dort Kaninchenkopf usw. gebe und das sei wahrscheinlich nichts für ihn. Dort angekommen, reihte sich dann tatsächlich ein Kaninchenkopf-Verkäufer neben den anderen. Wir also weiter ins „Yonghe Shifu“, dem besten Restaurant am Platz (so zumindest der gleichlautende Tenor von Lonely Planet und Li An), und „Jian Jiao“ (sowas wie angebratene Jiao Zi), „Bohnen mit verdrehtem Teig“ sowie als Highlight „Angeschwipste Garnelen nach Art des Hauses“ bestellt (200 RMB). Dass das Restaurant schon bei unserer Ankunft ziemlich leer wr und wir gegen neun Uhr fast hinauskomplementiert wurden, spricht erst einmal nicht gegen die Lokalität – wie wir später herausgefunden haben, essen die Chinesen wohl einfach früher.

Mit dem Taxi (8 RMB) ging’s dann zurück ins Hotel, wo wir erschöpft und pappsatt ins Bett gefallen sind.

Fotos des Tages:

Erstellt am Donnerstag 8. Oktober 2009
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Beijing: Peking at its best

Heute wollten wir einen zweiten Anlauf zur Verbotenen Stadt starten: um sieben Uhr raus, mit dem Taxi direkt zum Nordeingang und 45 Minuten vor Einlass am Ticketschalter gestanden während Chen Nee sich auf die Suche nach einem Frühstück gemacht hat. So früh hätten wir gar nicht da sein müssen, denn der Andrang hielt sich in Grenzen. Tickets und Audioguide (60+40 RMB, zzgl. 100 RMB Kaution) gekauft und Punkt 8:30 Uhr rein.

Im Nachhinein bin ich froh gewesen, nicht den Haupteingang über Tian’anmen genommen zu haben: die Kulisse steigerte sich stetig vom beschaulichen Kaiserlichen Kartenm über die Vor- und Nebenhallen bis hin zur kolossalen „Halle der perfekten Harmonie“ und dem Vorplatz, auf dem bei wichtigen Anlässen der Hof dem Kaiser huldigte. Auf jeden Fall ein must-see, für das man mindestens einen halben Tag freihalten sollte.

Da Chen Nees morgendliche Suche erfolglos geblieben war, hatten wir mittlerweile genug Kohldampf, um einen letzten offenen Punkt in Angriff nehmen zu können: Pekingente. Vom Ostausgang also strammen Schrittes über die Flaniermeile Wangfujing Dajie zum „Qianjude Roast Duck Restaurant“, dessen Hauptfiliale in der Qianmen Dajie sich rühmt, der Geburtsort der Pekingente zu sein. Wir nahmen gleich das Entenmenü für zwei (380 RMB) bestehend aus leckerer Suppe mit Fischmagen, eingelegter Gurke, Ente mit 4 Schätzen (hinter derartigen „Schätzen“ verbirgt sich meistens mindestens eine Innerei – in diesem Fall der Muskelmagen) sowie Entenhaut mit Sojasoße und Frühlingszwiebeln im dünnen Pfannkuchen – deutlich zu viel für uns beide, obwohl wir gehörigen Appetit mitbrachten.

Der anschließend aufkommenden Bettschwere gaben wir keine Chance, sondern machten uns direkt auf die Suche nach einem Schneider. So verschlug es und schließlich ins Trendviertel Sanlitun, das bei Chen Nee starke Erinnerungen an Singapur weckte: Shopping Malls mit westlichen Marken, Clubs, Tapasbars – gerade die Dinge, wegen denen wir NICHT nach Beijing gekommen sind. Entsprechend hatte auch der Schneider fast westliche Preise und wir machten uns Richtung Hotel auf, um die restliche Zeit bis zu unserem Zug nach Datong mit Teehaus und Abendessen zu verbringen.

Ein Teehaus fanden mit dann leider keines, auch die anvisierten Dau Sa Bao in drei Varianten gab es leider nur kalt zu kaufen. Also ab ins nächste Hutong, kleines Abendessen (das Bier zu rekordverdächtigen 3 RMB) zu uns genommen und anschließend ins Hotel, um unser Gepäck zu holen und im provisorischen „Teeraum“ doch noch bei einem Becher Cha auszuruhen.

Gegen 23:30 Uhr nahmen wir dann ein Taxi zum Bahnhof Peking West. Einlass nur mit gültigem Ticket, Sicherheitskontrollen – alles Dinge, die man eher vom Flughafen kennt als von einem Bahnhof. Es gibt separate Warteräume für jedes Gleis und auch vor Betreten des Gleises muss man sich durch Vorzeigen des Tickets ausweisen – ein Abholen von Freunden ist also nur vorm Bahnhofsausgang möglich.

Nicht nur das Bahnhofsgebäude mit seinen großen Anzeigetafeln, sondern auch die Züge selbst machten einen wesentlich besseren Eindruck als ich es erwartet hatte. Wir hatten bei einer Agentur im Internet zwei Betten der besten Kategorie „Soft Sleeper“ gebucht (für 50 EUR bestellt und an die Hoteladresse liefern lassen, der Normalpreis liegt bei 150 RMB je Ticket) und während es sich Chen Nee im unteren Bett bequem machte und mit den beiden anderen, aus Datong stammenden Reisenden in unserer Kabine plauderte, krabbelte ich in die obere Koje. Dort war zwar weniger Plaz zu sitzen, aber dafür genügend Stauraum für mein Gepäck vorhanden.  Es war auch alles da, was man für einen angenehmen Schlaf braucht (weiche Matratze, warmes Bettzeug) – und dazu auch noch frisch gewaschen. So verwundert es nicht, dass ich schon eingeschlafen bin, bevor der Zug überhaupt losgefahren ist.

Fotos des Tages:

Erstellt am Mittwoch 7. Oktober 2009
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Beijing: Menschenmassen und Pekingoper

Wieder früh raus, diesmal weil wir an der Verbotenen Stadt sein wollten, wenn sich um 8:30 Uhr die Tore öffnen. Wieder kein Frühstück, diesmal weil das Hotel nur Brot anbietet.

Mit dem Bus (1 RMB) bis nach Xidan gefahren, dann zu Fuß weiter – leider in die falsche Richtung. Bis wir den Irrtum bemerkt und korrigiert hatten, war es auch schon reichlich spät. Außerdem gingen wir, je mehr wir uns dem Platz des Himmlischen Friedens näherten, in einem Mahlstrom von Menschen unter. Zum ersten Mal erlebten wir was es heißt, in der „Goldenen Woche“ Anfang Oktober unterwegs zu sein: die Sehenswürdigkeiten mit einer Millarde Chinese teilen zu müssen, die in dieser Woche traditionell Urlaub nehmen.

Vorbei am eiförmigen „National Grand Theatre“ (erinnert an Singapore’s „Esplanades“) und – als Kontrast dazu – dem reichlich beflaggten Nationalkongress erreichten wir schließlich den Tian’anmen-Platz. Die Größe des Platzes (immerhin die größte befestigte Fläche weltweit, die Raum für bis zu einer Million Menschen bietet) ließ sich nur schwer erahnen, da dort an diesem Tag die Wägen der Feiertagsparade ausgestellt wurden. Da wir weder Maos Mausoleum bewundern noch das eigentliche Tian’anmen (das Tor des Himmlischen Friedens, mit einem Großporträt Maos) besteigen wollten, verließen wir den Platz nach kurzer Zeit auf der Ostseite und orientierten und nach einer kurzen Stärkung mit Nudelsuppe und (miserablen) Baozi südlich in Richtung Qianmen Dajie mit der daran angrenzenden Dazhalong Jie – beide extremst touristisch und reichlich uninteressant – weiter zu unserem eigentlichem Ziel, dem Zhengyici Theater. Dort wollten wir Karten für die Pekingoper bestellen, doch leider war das Theater wegen Renovierung geschlossen.

Ein netter Riksha-Fahrer gab uns den Tipp, unser Glück in einem nahe gelegenen Theater zu versuchen. Also weiter durch die Hutongs, einen Blick in die „Antiquitätenstraße“ Liulichang geworfen (auch keinen Besuch wert), kamen wir endlich in der Huguang Guild Hall an – einem der vier legendären Opernhäuser Beijings, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1807 zurück reichen. Nachdem wir die Karten für die Abendsvorstellung „Heavenly Maid Scattering Flowers“ [tian nu san hua] (280 RMB) gekauft hatten, kehrten wir erst einmal im Jiguge Teehaus (Nr. 136 East Liulichang) ein: Bei Tee, Jiaozi und Da Sau Keksen könnten wir unseren Beinen eine Verschnaufpause.

Da wir bis zum Vorstellungsbeginn noch ein Stündchen Zeit hatten, erkundeten wir einige weitere Seitenstraßen und erreichten pünktlich zum Einlass wieder das Theater. Man sitzt dort an Sechsertischen und bekommt Tee, Erdnüsse und getrocknete Datteln als Knabbereien serviert. Das Ganze richtet sich wohl eher an Europäer, daher hielt sich der musikalische Teil deutlich im Hintergrund. Akrobatik und Kampfkunst dominierten dagegen die Vorstellung, so dass sich die Oper als überraschend kurzweilig entpuppte.

Nach dem Einleitungssketch „Crossroads“ – Clown versucht Reisenden in dessen (dunklem) Zimmer zu ermorden, um an dessen Schwert zu kommen – wurden zwei Szenen aus der titelgebenden Geschichte gespielt: erst eine tänzerische Vorstellung der Maid, dann die Stelle, an der sich versucht das magische Kraut vom Reh und Kranich zu stehlen, um Ihren todkranken Mann zu heilen (der die Tatsache, dass sie eigentlich ein Schlangendämon ist, nicht so gut aufgenommen hat wie erhofft). Hört sich seltsam an, ist es irgendwie auch. Auf die angebotenen Kopfhörer kann man jedenfalls getrost verzichten, da die wichtigsten Passagen „übertitelt“ sind.

Da wir den ganzen Tag noch nichts „Richtiges“ gegessen hatten, machten wir uns nach der Vorstellung in eines der Hutongs auf, die wir nachmittags durchstreift hatten, und genehmigten uns dort eine ordentliche Portion „Gong Bao Ji Ding“ (Hühnchen mit Gurke, Erdnüssen und einer feinen Note Szechuan-Pfeffer) sowie fein geschnittene Kartoffelstreifen. Danach ging’s dann schnell mit dem Taxi nach Hause, wir mussten am nächsten Tag schließlich wieder früh raus.

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Erstellt am Dienstag 6. Oktober 2009
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Simatai: Auf der Mauer entlang

Am Vortag hatten wir eine Tagestour zur Chinesischen Mauer (280 RMB) gebucht, die genau unsere Wunschroute abdeckte: statt des Tourimagneten Badaling hatten wir uns für den rund 120 km nördlich von Beijing gelegenen Abschnitt zwischen Jinshanling und Simatai entschieden. (Die Besonderheit dieses Teilstücks der Mauer ist es, dass sie über mehrere Kilometer hinweg begehbar ist.) Wir sollten um 6:25 Uhr abgeholt werden, von daher war frühes Aufstehen angesagt. Bis alle mit dem Minibus eingesammelt waren verging eine Stunde (es blieb aber genug Zeit für ein „jian bing“ – eine Art Crepe – zum Frühstück), dann wurden wir zusammen mit anderen Gruppen in einen Reisebus verladen. Anschließend ging’s los Richtung Jinshanling. Nachdem unserer Reiseführer Jackie („Wir sind alle ein großes Team und wer ist der Boss? Jackie!“) versucht hat, uns den geplanten Zeitablauf zu vermitteln („Mittagessen gibt’s um sieben Uhr, zurück in Beijing sind wir um drei Uhr“) , verlief der Rest der Hinfahrt relativ ereignislos. Gott sei Dank, denn dass der Fahrer kein Unfall gebaut hat, grenzt an ein Wunder: Sogar für chinesische Verhältnisse befand sich die Hupe im Hochbetrieb. Als Krönung kann man das Überholmanöver in einer nicht einsehbaren Linkskurve zu bezeichnen – auch dabei wurde der Gegenverkehr durch einen Dauerhupton zumindest vor uns gewarnt.

Verkehrsbedingt sind wir in Jinshanling gegen elf Uhr angekommen und vor die Wahl gestellt, die vier Stunden bis zum Mittagessen (Jackie hatte die Zahlen verdreht) mit der 13 km-, der 16km- oder der Ich-kürze-mit-der-Seilbahn-ab-Tour zu verbringen. Nachdem man alles Sehenswerte auch mit dem Lift erreichte, entschieden wir uns für diese Alternative (30 RMB) – eine gute Entscheidung, denn auch so sollte es zeitlich noch eng werden. Vor lauter Fotografieren und Bewundern kamen wir nicht so recht vom Fleck.

Dazu kamen noch die Einheimischen, die Ihre Souvenirs zu „Liebhaberpreisen“ an den Mann bringen wollten. Einer begleitete uns dann tatsächlich mehr als die Hälfte der Strecke (Jackie solten wir erst zum Lunch wieder treffen) und erklärte uns so einiges über die Mauer und sein eigenes Leben – wie viel davon erflunkert war, werden wir wohl nie erfahren. Souvenirs verkaufen wollte er am Ende natürlich trotzdem und auch unsere 50 RMB als Dank für seine Dienste stellten ihn nicht wirklich zufrieden. Als für die zweite Hälfte eine Kollegin übernehmen wollte, machte ich durch ein klares „no hope“ deutlich, dass unsere Geduld erschöpft war und wir uns nicht noch einmal auf einen „Begleiter“ einlassen wollten.

Die Mauer selbst muss man gesehen haben. Regelmäßig von Wachtürmchen unterbrochen und sich an die hügelige Landschaft anschmiegend, ist das mehrere Tausend Kilometer lange Bauwerk einfach beeindruckend. Und auch mit dem von uns gewählten Abschnitt hatten wir eine gute Wahl getroffen, denn trotz der Feiertagswoche war die Mauer bei weitem nicht so überlaufen wie befürchtet.

Erschöpft aber pünktlich kamen wir um 15 Uhr am „Great Wall Hotel“ an und bekamen dort zusammen mit den anderen ein einfaches, aber überraschend gutes Mittagessen. Danach ging’s zurück und gegen 20 Uhr wurden wir wieder in der Nähe unseres Hotels abgesetzt. Bevor es in die Heia ging, haben wir an einem Stand in einer kleinen Seitengasse einen Lammspieß probiert (deutlich besser als am Vortag, wenngleich immer noch überwürzt) und uns dann einen „Szechuan Hotpot“ mit Salat, Tofuhaut und Nudeln als Einlage bestellt – teuflisch gut, aber auch höllenscharf.

Fotos des Tages:

Erstellt am Montag 5. Oktober 2009
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Beijing: Erste traumatische Erfahrungen

Ich muss geschlafen haben wie ein Sack, denn als nächstes erinnere ich mich daran, dass gegen 07:00 (Beijing-Zeit, d.h. GMT+8) die Beleuchtung wieder angeschaltet und das Frühstück serviert wurde. Eigentlich hatte keiner von uns Hunger, so dass Chen Nee – wohl wissend, was für ein Frühstück Sie in Beijing an jeder Straßenecke erwartet – auch glatt verzichtete. Geschmacklich hat sie auch absolut nichts verpasst, denn wie schon am Abend zuvor war das Finnair-Essen eher mit „sättigend“ als mit „schmackhaft“ zu umschreiben.

Nachdem wir noch einige Zeit über eine beeindruckende Hügellanddschaft (vermutlich das Gebiet der Inneren Mongolei, rund um Hohhot) geflogen sind, begann auch schon der Landeanflug und kurz vor neun Uhr landeten wir planmäßig in Beijing. Zusätzlich zu dem normalen Einreiseformular mussten wir auch noch ein spezielles „Schweinegrippe“-Formular ausfüllen. Dabei wurde beispielsweise abgefragt, ob wir irgendwelche Symptome aufweisen und wo wir uns die letzten sieben Tage aufgehalten haben bzw. die nächsten sieben Tage aufhalten werden. Nach zwei  Temperaturkontrollen mit Infrarotkameras erreichten wir die Passabfertigung, wo sie uns mit unserem 30-Tage-Touristenvisum (welches wir bereits einige Wochen zuvor im Frankfurter Konsulat erhalten hatten) ohne Probleme einreisen ließen. Der Flughafen als solcher war topmodern, allerdings erstaunlich leer – und das, wo uns doch jeder vorgewarnt hatte, dass über die Feiertage – 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China und Mondfest in der gleichen Woche – die Hölle los sei. Mit einem kleinen Shuttlezug ging’s zur Gepäckausgabe (unsere Rucksäcke waren noch schneller da) und nach kurzer Orientierung anschließend zum Geldautomat. Chen Nee hatte im Vorfeld ein Konto bei der DKB eröffnet, die als besonderes Schmankerl kostenloses Geldabheben an allen VISA-Automaten weltweit anbieten – ein Angebot, das wir im Laufe der nächsten drei Wochen noch des Öfteren in Anspruch nehmen wollten.

Mit Bargeld ausgestattet hieß es nun ins Stadtzentrum zu kommen, um das Gepäck in unserem Hotel zu deponieren. Wir nahmen also den Airport Express Train (25 RMB – Umrechnungskurs ist ca. 1:10, d.h. 10 RMB = 1 EUR) bis zur Endstation Dongzhimen und danach direkt mit der U-Bahn-Linie 2 weiter bis Chegongzhuang (2 RMB). Das restliche „Stückchen“ zu unserem Hotel wollten wir zu Fuß zurücklegen – was sich dann aber doch als knapp einstündiger Marsch entpuppte. Im Nachhinein wäre die Station Xisi direkt neben unserem Hotel gewesen – aber die Linie 4 wurde erst zu den Olympischen Spielen gebaut und damit unserem treuen Begleiter Lonely Planet (10. Auflage, Sommer 2007) noch nicht bekannt. Anderseits haben wir so schon einige erste Eindrücke vom „alten“ Bejing bekommen.

Gegen 12 Uhr konnten wir dann endlich im Shuaifu Zhongtang Hotel einchecken (429 RMB), gebaut im Innenhof eines typischen Hutong-Hauses. Gepäck abgeladen und uns erst einmal auf die Suche nach was Essbarem gemacht. Die Wahl fiel auf das ??? ganz in der Nähe, wo Chen Nee einen Karpfen in Soja-Soße (???), eine Art Wirsing-Suppe mit Spare-Ribs (???) und etwas mit Knoblauch gebratenes Gemüse (???). Dazu ein Bier der örtlichen Yanjing-Brauerei, das in einer überraschend großen 0,6l-Flasche, dafür aber mit überraschend kleinen Gläsern (0,1l) serviert wurde. Der Fisch kam dann schon nach einer knappen Minute – kalt. Erinnerte mehr an eine überdimensionale Makrele und war nicht wirklich ein Renner.

Danach zur Bank und nach Ausfüllen von einigen Formularen (bei denen nicht nur ich, sondern auch der Bankangestellte seine Passnummer eintragen musste) bekam ich meine EUR in RMB gewechselt. Anschließend noch eine SIM-Karte für’s Handy gekauft (80 RMB, davon 50 RMB Guthaben), damit wir günstige Inlandsgespräche führen können, und dann gemütlich die Gegend erkundet – heute stand erst einmal die Akklimatisierung auf dem Programm.

Unser Weg führte uns zum Beihai Park, den unser Reiseführer als „Ort der Stille“ beschrieb – aber eher das Gegenteil war der Fall. Der Park wird dominiert vom namensgebenden „Nordsee“, der von den Chinesen vorzugsweise berudert wird, und der lamaistischen „Weißen Pagode“ [Bai Ta] – alles in allem kein must-see. Entschädigt wurden wie durch eine Fotosession mit zwei der überall präsenten Soldaten sowie einem (Wasser-)Kalligraphen, der seine vergängliche Kunst an den Zeichen „Ni hao de guo“ („Hallo Deutschland“) demonstrierte.

Verlässt man den Park in südlicher Richtung, befindet man sich bereits in unmittelbarer Nähe zur Verbotenen Stadt. Aufgrund der Feiertage wurden die Gebäude festlich angestrahlt, dazu hing der Vollmond tief am Himmel – eine Kombination, die nicht nur wir als schönes Fotomotiv erkannten: Stativ an Stativ reihten sich die Kameras, vom Nostalgiemodell bis zur Highend-DSLR.

Mit der Mofa-Rikscha ging’s zur bekanntesten Fressmeile der Stadt, dem Dong Hua Men Nachtmarkt, wo sich wie an einer Perlenkette mehrere Dutzend Straßenverkäufer aneinander reihen. Die meisten verkaufen etwas am Spieß, wobei dieses „etwas“ so ziemlich alles sein kann: Skorpion, Seidenraupe, Schlange – auch was keine vier Beine hat, wird also gnadenlos verspeist. Die Preise fallen in die Kategorie Wucher (5 RMB pro Spieß statt normalerweise 1 RMB), die Qualität ist mies (getränkt mit Fett) und last-but-least:  über dem Markt hängt ein Geruch, der einem den Magen umdreht. Chen Nee ordnete ihn „stinkendem Tofu“ [???] zu, aber für mich roch es eher nach ranzigem Frittierfett.

Nach zwei Kostproben verlagerten wir uns daher auf die andere Straßenseite in die „Hong Kong Food City“. Nach einem Bier, einigen Jiaozi und Dim Sum sowie „Jakobsmuscheln nach Szechuan-Art“ hatte ich mich wieder gefasst und wir machten uns mit dem Taxi auf in Richtung Hotel. Ab in die Kiste – traditionelle Holzbetten mit einer extrem dünnen Matratze  [Luo Han Chuang] -, aber trotzdem geschlafen wie ein Sack. Schließlich mussten wir am nächsten Tag früh raus …

Fotos des Tages:

And here for our english-speaking followers:

BEIJING: FIRST SHOCKS

I must have slept like a log, ‚cos the next thing I knew were the lights coming on around 07:00 (Beijing time, i.e. GMT+8) and they were serving breakfast. Actually none of us were hungry, so Chen Nee, knowing well what yummy things would be waiting in every alley of Beijing for her, gave her meal a pass. She didn’t miss much. The Finnair food, just as the night before, could be described as „filling“, rather than „tasty“.

After we had flown for some time over a very impressive mountainous terrain (probably inner Mongolia, around Hohhot),  the plane began to descend and we arrived in Beijing at 09:00. Besides the normal immigration form we had to fill in a special „swine flu form“. On it were questions like whether we had any symptoms and where we had been for the past 7 days and also where we would be in the next 7. After walking past 2 temperature controls with infrared cameras, we reached the passport control, where they let us enter with our 30-day visas (had got them a few weeks ago in the Frankfurt consulate ) without posing any problem.  The airport was modern, but surprisingly empty – that, when everyone had warned us beforehand of the holiday season (the 60th anniversary of the People’s Republic of China and the Autumn Festival in the same week), when the crowd was supposed to be omnipresent. A shuttle bus took us to the baggage claim (our rucksacks were even faster there) and after a short orientation we went to the ATM. Chen Nee had opened an account with the German  DKB that allows worldwide cash withdrawal at all VISA ATMs without charging any fee, something we would come to find very useful in the following three weeks.

Equipped with cash, we ventured into town centre to deposit our luggage. We took the airport express train (25 RMB, exchange rate was about 1 to 10, i.e. 10 RMB = 1 Euro) to the terminal station Dongzhimen, hopped directly into the subway line 2 and took it to Chegongzhuang (2 RMB). We wanted to walk the rest of the way to our hotel, thinking it should be a stone’s throw away – it turned out to be a march of almost an hour. Later we realised we should have alighted at the Xisi station, which was just next to our hotel, but since the subway line 4 was only built in 2008 for the Olympics, it was not listed on our trusty guide the Lonely Planet (10th edition, summer 2007). Then again, the march gave us our  first impressions of the “old” Beijing too.

Around noon we managed to check in finally at Shauifu Zhongtang Hotel (429 RMB), built in the courtyard of a typical Hutong. Left our luggage there and went in search for food. We picked the Huifeng (惠丰) restaurant nearby, where Chen Nee order a carp in soya sauce (酥鲤鱼), spareribs and iceberg lettuce soup (排骨雪菜汤), and some vegetable fried in garlic oil (炒油麦菜). To that a Yanjing beer from the region that came in a surprisingly large 0,6 L bottle to be drunk with a surprisingly tiny glass (0,1 L). The fish came after almost a minute – cold. Reminded us of a humongous mackerel and didn’t leave us longing for more.

Went to the bank afterwards, where I had to fill up forms after forms (on which not only me, but also the guy at the counter had to write down his passport nr.) before getting my Euro changed into RMB. After that we bought a SIM card for our mobile (80 RMB, but only a value of 50 RMB) to make cheap domestic calls, and began exploring. Today’s program: getting accustomed to the city.

The exploration  took us to the Beihai Park, described as the “quiet place” in our guide – but the opposite was true. The park was dominated by the “North Lake” (hence the name, Beihai), where the Chinese loved to row their boats on, and the Lamaistic “White Pagoda” (Bai Ta). In short, no must-see. The redemption came as a photo session with 2 of the omnipresent soldiers as well as a water-calligrapher, who demonstrated his evanescent art with the words “de guo ni hao” (“hello Germany”).

(to be cont’d…)

Erstellt am Sonntag 4. Oktober 2009
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Helsinki: „Kippis!“ und Bärensalami

Als der Wecker um 7 Uhr klingelte, war die Nacht leider viel zu kurz gewesen – schließlich waren wir noch bis 02:30 beschäftigt gewesen, die ideale Packstrategie zu finden. Nach unseren Erfahrungen bei der Alpenexkursion hieß das Motto diesmal „weniger ist mehr“: jeder von uns musste in den nächsten drei Wochen nur mit einem 60l-Rucksack und einem Daypack auskommen.

Vom Schwetzinger Bahnhof starteten wir unsere Reise eine Stunde später und erreichten den Frankfurter Flughafen via Mannheim gegen 09:15. Genügend Zeit für den Bustransfer zum Terminal 2 und den Check-In am Finnair-Schalter. Mit einer kleinen „Embraer“-Maschine ging es zunächst in rund 2,5 Stunden nach Helsinki, wo wir einige Stunden Aufenthalt bis zu unserem Weiterflug nach Beijing hatten.

Während unser Gepäck durchgeschleust wurde, nutzten wir die Zeit, um mit dem Airport Bus (5,90 EUR, alle 20 Minuten) ins Stadtzentrum zu fahren und uns so einen Eindruck von der finnischen Hauptstadt zu verschaffen.  Da dort alles recht überschaubar ist, ließen sich die Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß ablaufen: der Senatsplatz [Senaatintori] mit Domkirche und Regierungspalais, die Uspenski-Kathedrale (die größte orthodoxe Kirche außerhalb Russlands) und der Hafen mit seiner Markthalle (die samstags bereits um 16:00 schließt, so dass wir keine der Fleisch- und Fischspezialitäten probieren konnten).

Nach langer Suche fanden wir dann endlich auch ein finnisches Restaurant („Savotta„), das – auch wenn es zu touristisch ausgerichteten Kette gehört – einen gewissen Charme hatte. Chen Nees Lachssuppe war zwar nicht der Kracher, aber mein „Holzeinschlag in Hattuvaara“ (17,90 EUR) – eine kleine Auswahl kalter Fleisch-Spezialitäten, aufgelockert durch eingelegtes Gemüse – war interessant: das erste Mal Bär (in Salamiform) gegessen. Dazu das teuerste und gleichzeitig schlechteste Bier (ein selbstgebrautes „Finlandia Sahti“, 7,50 EUR) getrunken, das aber immerhin 8 Umdrehungen mitbrachte. Warum wir uns dort trotzdem wohl fühlten? Muss wohl an unserer guten Stimmung gelegen haben …

Gegen 18:00 machten wir uns auf zurück zum Flughafen und ab ging die Post. Nach einer Lasagne und einem australischen Chardonnay zum Abendessen durchstöberten wir das umfangreiche Entertainment System (alles „on demand“) und wählten schließlich eine Folge Boston Legal (mit deutlich fetteren Schauspielern  als in den bei uns ausgestrahlten Episoden), um uns die Zeit bis zum Einschlafen zu verkürzen.

Fotos des Tages:

And here for our english-speaking followers:

HELSINKI:“KIPPIS!“ AND BEAR SALAMI

The alarm rang at 07:00. The night was too short – we had been busy with finding out the best packing strategy till 02:30 am. The Alps excursion had taught us well: „less is more“. So the plan was to make do with a 60L rucksack and a daypack each for the next 3 weeks.

The trip finally started an hour later at the Schwetzingen train station and we reach the Frankfurt airport via Mannheim at about 09:15. Enough time for the bus transfer to T2 and check in at the Finnair counter. A small „Embraer“ machine flew us to Helsinki (2,5 hrs), where we spent a couple of hours before continuing to Beijing.

While our luggage was being unloaded and loaded again, we made use of the time to take the airport bus to town centre (5,90 Euro, every 20min) for an impression of the city. As the city was rather small, the attractions could be reached comfortably on foot – the Senaatintori with the Cathedral and Parliament House, the Uspenski-Cathedrale (the biggest orthodox church outside Russia) and the port with its Market Square (which closes on Saturdays at 16:00 already, hence we couldn’t try the meat and fish specialities).

After a long search we finally found a Finnish restaurant („Savotta„), which – though clearly aiming at tourists – possessed a certain charm. Chen Nee’s salmon soup was ok, but my „Hattuvaara’s meat Savotta“ (17,90 Euro) – a small selection of cold meat specialities dressed with pickled vegetables – was interesting. Ate my first bear (as salami). And with that the most expensive but worst beer ever (a homebrew „Finlandia Sahti“, 7,50 Euro ), its only salvation being the 8% vol. Despite it all we still felt snug and comfy there. Must be our good mood.

Around 18:00 we returned to the airport – up up and away! After a lasagne and an Australian Chardonnay for dinner we browsed through the extensive (Chen Nee: „extensive“?) flight entertainment system (everything „on demand“) and settled finally for an episode of Boston Legal (the actors were much fatter than the ones still shown on TV at home) to help time pass faster before our sleep.

Erstellt am Samstag 3. Oktober 2009
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