Simatai: Auf der Mauer entlang
Am Vortag hatten wir eine Tagestour zur Chinesischen Mauer (280 RMB) gebucht, die genau unsere Wunschroute abdeckte: statt des Tourimagneten Badaling hatten wir uns für den rund 120 km nördlich von Beijing gelegenen Abschnitt zwischen Jinshanling und Simatai entschieden. (Die Besonderheit dieses Teilstücks der Mauer ist es, dass sie über mehrere Kilometer hinweg begehbar ist.) Wir sollten um 6:25 Uhr abgeholt werden, von daher war frühes Aufstehen angesagt. Bis alle mit dem Minibus eingesammelt waren verging eine Stunde (es blieb aber genug Zeit für ein „jian bing“ – eine Art Crepe – zum Frühstück), dann wurden wir zusammen mit anderen Gruppen in einen Reisebus verladen. Anschließend ging’s los Richtung Jinshanling. Nachdem unserer Reiseführer Jackie („Wir sind alle ein großes Team und wer ist der Boss? Jackie!“) versucht hat, uns den geplanten Zeitablauf zu vermitteln („Mittagessen gibt’s um sieben Uhr, zurück in Beijing sind wir um drei Uhr“) , verlief der Rest der Hinfahrt relativ ereignislos. Gott sei Dank, denn dass der Fahrer kein Unfall gebaut hat, grenzt an ein Wunder: Sogar für chinesische Verhältnisse befand sich die Hupe im Hochbetrieb. Als Krönung kann man das Überholmanöver in einer nicht einsehbaren Linkskurve zu bezeichnen – auch dabei wurde der Gegenverkehr durch einen Dauerhupton zumindest vor uns gewarnt.
Verkehrsbedingt sind wir in Jinshanling gegen elf Uhr angekommen und vor die Wahl gestellt, die vier Stunden bis zum Mittagessen (Jackie hatte die Zahlen verdreht) mit der 13 km-, der 16km- oder der Ich-kürze-mit-der-Seilbahn-ab-Tour zu verbringen. Nachdem man alles Sehenswerte auch mit dem Lift erreichte, entschieden wir uns für diese Alternative (30 RMB) – eine gute Entscheidung, denn auch so sollte es zeitlich noch eng werden. Vor lauter Fotografieren und Bewundern kamen wir nicht so recht vom Fleck.
Dazu kamen noch die Einheimischen, die Ihre Souvenirs zu „Liebhaberpreisen“ an den Mann bringen wollten. Einer begleitete uns dann tatsächlich mehr als die Hälfte der Strecke (Jackie solten wir erst zum Lunch wieder treffen) und erklärte uns so einiges über die Mauer und sein eigenes Leben – wie viel davon erflunkert war, werden wir wohl nie erfahren. Souvenirs verkaufen wollte er am Ende natürlich trotzdem und auch unsere 50 RMB als Dank für seine Dienste stellten ihn nicht wirklich zufrieden. Als für die zweite Hälfte eine Kollegin übernehmen wollte, machte ich durch ein klares „no hope“ deutlich, dass unsere Geduld erschöpft war und wir uns nicht noch einmal auf einen „Begleiter“ einlassen wollten.
Die Mauer selbst muss man gesehen haben. Regelmäßig von Wachtürmchen unterbrochen und sich an die hügelige Landschaft anschmiegend, ist das mehrere Tausend Kilometer lange Bauwerk einfach beeindruckend. Und auch mit dem von uns gewählten Abschnitt hatten wir eine gute Wahl getroffen, denn trotz der Feiertagswoche war die Mauer bei weitem nicht so überlaufen wie befürchtet.
Erschöpft aber pünktlich kamen wir um 15 Uhr am „Great Wall Hotel“ an und bekamen dort zusammen mit den anderen ein einfaches, aber überraschend gutes Mittagessen. Danach ging’s zurück und gegen 20 Uhr wurden wir wieder in der Nähe unseres Hotels abgesetzt. Bevor es in die Heia ging, haben wir an einem Stand in einer kleinen Seitengasse einen Lammspieß probiert (deutlich besser als am Vortag, wenngleich immer noch überwürzt) und uns dann einen „Szechuan Hotpot“ mit Salat, Tofuhaut und Nudeln als Einlage bestellt – teuflisch gut, aber auch höllenscharf.
Fotos des Tages:
- Unser “Boss“ Jackie erläutert die verschiedenen Routen bearbeiten Bildunterschrift löschen
- Mit der Seilbahn direkt zur Mauer
- Impressionen entlang der Mauer
- Impressionen entlang der Mauer
- Impressionen entlang der Mauer
- Impressionen entlang der Mauer
- Impressionen entlang der Mauer
- Auf der Mauer, auf der Lauer …
- Chen Nee und unser “Führer”
- Erst Cash, dann Foto – Wasserverkäufer auf der Mauer
- Mauerrepateure – alles andere als zu beneiden
- Szechuan Hotpot – der kuriert jede Erkältung











