Archiv für Oktober 13th, 2009

Qufu (Shandong): Konfuzius sagt …

Einmal nur einen Wecker gestellt und schon „verschlafen“: erst um 8 Uhr sind wir aus dem Bett gekrochen – da hieß es etwas auf die Tube zu drücken. Heute sollte Konfuzius pur auf dem Programm stehen – oder „san kong“, wie es hier heißt: Konfuzius-Tempel, Konfuzius-Anwesen und der Konfuzius-Wald mit dem Grabmal von – genau – Konfuzius.

Das All-Inclusive-Ticket gekauft (150 RMB, Student 75 RMB) und mit dem Tempel begonnen, von dem Konfuzius selbst seine philosophischen und moralischen Vorstellungen predigte und der danach kontinuierlich ausgebaut wurde. Durchaus sehenswert.

Da der eigentlich geplante 16:30-Uhr-Bus wohl zusammen mit der Busstation der Modernisierung zum Opfer fiel, kümmerten wir uns anschließend erst einmal um eine Transportmöglichkeit nach Qingdao. Nach einigem Rumfragen landeten wir etwas südlich der Stadtmauern bei einer Agentur, die uns Zugtickets für die Nacht – und zwar „soft sleeper“ – beschaffen konnte. Problem gelöst, einige Bao Zi der Kategorie „für den Hohlen Zahn“ besorgt und auf dem Hotelzimmer gemütlich verspeist. Ausgecheckt, Gepäck gleich dort gelassen und weiter mit Kong Fu, dem Anwesen Konfuzius‘ – oder besser: seiner Nachfahren, die vom Ruhm und Ansehen ihres Urahnen deutlich mehr profitiert haben als er selbst. Am schönsten war eigentlich der Garten hinter dem Anwesen, der  – wenn man ein ruhiges Fleckchen sucht – der ideale Platz zum Entspannen ist.

Zu Fuß ging’s dann direkt weiter zum (sehr übersichtlichen) „Gelehrten-Museum“, das einem die Gelehrten-Kultur der Vergangenheit und ihre Bedeutung für die Gegenwart vermitteln soll, und gleich anschließend zur letzten Etappe im Leben Konfuzius‘: dem rund 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Wald, der gleichzeitig als Friedhof für die Anhänger Konfuzius‘  dient. Neben dem Meister selbst finden sich dort unzählige andere Grabhügel zwischen den unterschiedlichsten Bäumen – eine Oase der Ruhe, dazu noch mit guter Luft. Eine Kombination, die in Qufu eine echte Seltenheit ist: die Luft war hier so schlecht, dass man kaum die Tageszeiten unterschieden konnte – egal ob 8 Uhr oder 18 Uhr, das Licht hatte immer die gleiche, neblige Beschaffenheit.

Mit dem Mofa-Rikscha zurück ins Stadtzentrum, im nahen Internetcafe (auch hier wird Counterstrike gespielt) eMails gecheckt und ein Hotelzimmer für den nächsten Tag organisiert und dann wieder unsere Fressmeile aufgesucht. Nachdem wir uns bei den Spießen nicht sicher waren, ob auf dem Schild ein Lamm oder ein Hund abgebildet war, entchieden wir uns erst für eine Wan-Tan-Suppe (lecker) und dann – bei einem anderen Stand – für die Kalten Nudeln. Dazu gab’s jeweils eine lokale Biersorte (namens „san kong“, wie sonst).

Zurück zum Hotel und noch 2 Stunden gewartet, bis es dann gegen 23 Uhr mit dem Taxi Richtung Yangzhou Bahnhof ging (den Bau eines eigenen Bahnhofs für Qufu hatte die Kong-Familie erfolgreich verhindert), wo um 1 Uhr unser Zug losfahren sollte. Die Taxifahrt dahin war noch mal relativ abenteuerlich, mit einem Fahrer, der hinten sein Lao Po spazieren fuhr und sich erst von einem Kollegen die Mautplakette ausleihen musste.

Fotos des Tages:

Erstellt am Dienstag 13. Oktober 2009
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