Wuyuan (Jianxi): Zurück nach Shanghai
Am nächsten Morgen hieß es erst einmal Abschied nehmen: während Joyce und Yvonne den Bus in die „Porzellanstadt“ Jingdezhen und dann den Flieger nach Beijing nahmen, erkundeten wir zunächst noch eine Weile die Kleingärten und Wege rund um Qinghua, bis wir gegen Mittag den Bus nach Wuyuan (6 RMB, 30-minütig) nahmen und dort auch gleich Tickets für unser eigentliches Tagesziel Shanghai kauften (175 RMB). Da der Bus erst um 17:20 Uhr losfahren sollte, hatten wir noch genügend Zeit die an Sehenswürdigkeiten arme Stadt zu Fuß zu erkunden, uns im Supermarkt mit Proviant und einem 1996er „Great Wall“ Rotwein (130 RMB) einzudecken und anschließend im „Ming Tien Coffee Language“ mit Birnensaft, Haussandwich und kenianischem „Blue Mountain“-Kaffee (stolze 150 RMB) zu stärken.
Die sechsstündige Busfahrt über Hangzhou velrief relativ ereignislos und ließ sogar noch Zeit für eine kurze Toiletten- und Abendessenpause. Störend war lediglich, dass man die Fahrt beinahe voollständig in Dunkelheit verbrachte und außer Dösen keine sinnvolle Beschäftigung möglich war.
Um kurz nach 23 Uhr in Shanghais „Südlichem Busbahnhof“ angekommen, mussten wir ernüchtert feststellen, dass um diese Uhrzeit weder U-Bahn noch Buss fuhren und wir somit auf ein Taxi angewiesen waren. Die auf uns zukommenden Fahrer wiesen wir kopfschüttlend ab, als sie anfangs 99, am Ende noch 60 RMB für die Fahrt zu unserem Hostel im Stadtzentrum verlangten. Als wir dann aber in einem „offiziellen“ Taxi mit Meter saßen und den Yuans beim Hochzählen zusahen (über 70 RMB am Ende), mussten wir erkennen, dass die ersten Angebote so schlecht nicht gewesen waren.
Die beiden Betten im 4-Zimmer ohne Fenster, die wir bei unserem letzten Aufenthalt im „Ming Hiker Youth Hostel“ reserviert hatten, waren noch frei – leider als einzige Zimmer im gesamtem Hostel, so dass unser Wunsch, doch das Luxus-Doppelzimmer zu nehmen, nicht erfüllt werden konnte. Chen Nee stärkte sich mit einer Portion Instant-Nudeln, während ich den Abend mit einem Apfel und einem Tiger-Bier ausklingen ließ.
Nach akrobatischen Übungen (wie wechsle ich von normaler Kleidung in meinen Schlafanzug, ohne Wand und Boden zu berühren) in der – überraschend sauberen – Nasszelle fiel ich gegen 2 Uhr in einen viel zu kurzen Schlaf, der durch das Geräusch der Lüftung und der stickigen Luft nicht wirklich erholsam war. Aber wenigstens gaben die beiden Mädels in den unteren Kojen keinen Mucks von sich.
Fotos des Tages:
- Hausarbeit II
- Die Attraktion des Tages: Werbeaktion für ein Motorradrennen
- “Frischfleisch”
- “Waschweiber”
- Stromaufwärts wird das Gemüse geputzt
- Ob hier das Gemüse sauber wird?
- Schulschluss
Erstellt am Freitag 23. Oktober 2009
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