Huang Shan (Anhui): Hinauf auf den „Gelben Berg“

Shangxings Mutter hatte für uns noch zwei Tickets ergattert – allerdings für die Kategorie „hard sleeper“ (120 RMB). Die Spannung war entsprechend groß und schnell zeigten sich die Unterschiede: drei Betten übereinander statt zwei, keine Abtrennung in Abteile und – wie es der Name vermuten ließ – Matratzen, die jede Erschütterung des Zuges an den Körper übertragen. Aber auch so ließ sich einigermaßen schlafen, schließlich hatten wir schon Schlimmeres durchgemacht.

Um 9 Uhr kamen wir in Tunxi (so heißt die Stadt richtig, der Zielbahnhof nennt sich jedoch „Huang Shan“) an und machten uns direkt ins „Old Street Hotel“ [???] auf, wo bereits am Vorabend Joyce und Yvonne – gute Freundinnen von Chen Nee aus Singapur – eingecheckt hatten und auf uns warteten. Nach herzlicher Begrüßung machten wir uns auf die Suche nach einem Frühstück, um die Planung für den Tag zu besprechen. Wir entschieden uns für Bao Zi, aber irgendwie vergaßen wir vor lauter Erzählen über die Planung zu sprechen. Also im Hotel nach mal über einer Kanne Tee Nägel mit Köpfen gemacht, ein Taxi nach Tangkou (70 min, 150 RMB) organisiert und das Gepäck im Hotel deponiert.

In Tangkou angekommen, mit dem Taxi (50 RMB) weiter zur „???“-Seilbahn (80 RMB) – nicht ohne zuvor noch 230 RMB (Studenten 115 RMB) für den Eintritt in das Gebiet des „Gelben Berges“ [Huang Shan] bezahlt zu haben. Die Chinesen lassen sich ihre Naturschönheiten wirklich teuer bezahlen.

Das Berggebiet ist allerdings jeden Yuan wert, im Gegensatz zum Tai Shan gibt es hier mehr zu sehen als nur Stufen und Bäume: die schroffen Felsen mit ihren skurrilen Formationen (z.B. „Der Affe, der über das Meer blickt“) ergeben eine beeindruckende Landschaft. Nachdem wir den (leider bewölkten) Sonnenuntergng auf dem „Purpurnes Tal Gipfel“ [???] verfolgt hatten, kamen wir nach einigen Metern auch schon an unserem Ziel für die Nacht an, dem Paiyun Lou. Joyce hatte im Vorfeld telefonisch zwei Räume für uns reserviert – doch die Dame an der Rezeption wollte plötzlich davon nichts wissen: ausgebucht, nur noch „Luxuszimmer“ für 1450 RMB verfügbar. Über dunkle Kanäle kamen wir schließlich für 1200 RMB an solch ein Zimmer (wie alles auf dem Gipfel total überteuert) und haben es eben zu viert belegt – immer noch günstiger als zwei Doppelzimmer im benachbarten Hotel. Nachdem wir uns nacheinander ins Zimmer geschlichen hatten und der gröbste Ärger über das Personal verflogen war, ging’s mangels Alternativen ins Hotelrestaurant. Wir hatten dort die gesamte Etage für uns (wie wir später feststellen sollten, gab es nämlich doch eine Alternative), während sich einen Stock tiefer die Reisegruppen am Buffet labten. Das Essen war dann aber überraschend gut, auch wenn an der „Bierente mit Pinienkernen“ kaum Fleisch war. Danach ging’s auf direktem Weg in die Heia, schließlich wollten wir am nächsten Morgen einen zweiten Anlauf in Sachen „Sonnenaufgang“ nehmen.

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